Tageslosung
Dienstag 28.03.2017
Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.1.Samuel 10,7
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17
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Andacht zum Monatsspruch Februar 2017

»Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!« (Lukas 10,5)

Annegret Fischer, Pfarrerin

Beim Wäscheaufhängen vor genau einem Jahr schoss mir plötzlich ein unspezifisches Bedrohungsgefühl in die Glieder und ich dachte: Wie werden wir am Ende des Jahres Weihnachten feiern? Wird dann noch Friede sein hier bei uns? Der Gedanke und das starke Gefühl der vagen Bedrohung überraschte mich.

Leben wir nicht sicher hier zwischen Hermann-Ilgen- und Harmoniestraße in der Mitte von Europa? Halbwegs sicher, ja. Wir haben ein recht friedliches Weihnachtsfest feiern dürfen, zumindest hier in Radebeul. Manch eine Familie dagegen in Berlin wurde durch den grausamen Terror eines Einzelnen in die Dunkelheit von Schmerz und Trauer gestürzt.

Auch wenn in Europa seit mehr als 70 Jahren die Waffen schweigen, wir erleben eine neue Bedrohung. Für viele ist das bislang, Gott sei Dank, nur ein vages Gefühl. So, wie ich es beim Hängen der Wäsche erlebte. Andere dagegen müssen der Fratze des sinnlosen Terrors schon direkt in die Augen schauen. Und ich frage mich, wie wird sich Europa verändern? Wie werden wir 2017 Weihnachten feiern? Ich hoffe viel mehr als je zuvor, dass wir Frieden bewahren können. Wie kann das gelingen?

Für mich ist es wichtig, dass wir uns nicht hineinreißen lassen in pauschale Polemiken. Wir dürfen nicht ganze Volksgruppen und Nationalitäten verurteilen. Wir dürfen uns nicht hinter Feindbildern verschanzen und Gräben ausheben, aus denen wir nur noch herauskommen, um auf andere zu schießen. Es darf keinen Krieg geben.

Deshalb wünscht einander Frieden. Weckt die Sehnsucht und die Achtsamkeit für den Frieden in der Welt. Die Muslime pflegen diese Tradition in ihrem Alltag, wenn sie einander sehen, sprechen sie einen Friedensgruß: »as-salamu ‘alaikum« (»Friede sei mit Dir«). Wir wünschen einander diesen Frieden nur im Gottesdienst, unmittelbar bevor wir Brot und Wein am Tisch des Herrn miteinander teilen.

Vielleicht könnte so ein Friedensgruß auch an anderen Tagen tröstlich sein? Ein Freund sprach immer, wenn wir ihn besuchten: Tretet ein! Bringt Segen und Frieden ins Haus hinein!

Annegret Fischer