Tageslosung
Montag 10.12.2018
Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.Psalm 63,5
/Paulus schreibt:/ Ich bitte euch nun, vor Gott einzutreten für alle Menschen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung. 1.Timotheus 2,1
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Andacht zum Monatsspruch Dezember 2018

»Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.« (Matthäus 2,10)

Annegret Fischer, Pfarrerin

Herrliches Leuchten – überall in der Advents- und Vorweihnachtszeit!

Lichterketten überspannen Fußgängerzonen, Bäume, Häuser eingewickelt in Lichternetze. Weihnachtsbögen in den Fenstern. Herrliches Leuchten – überall. So viel Glanz war nie! Und verheißungsvoll laden Plakate zu jahreszeitlichen Vergnügen ein. Weihnachtszirkus. Weihnachtsspektakel. Perfekt inszenierte, technisch hoch professionelle Shows, in denen die Sinne von Musik und Licht verzaubert werden.

Was sind dagegen unsere Andachten und Gottesdienste in der Kirche? Unscheinbare altertümliche Veranstaltungen, die kaum dem Zeitgeist entsprechen.

Auf unserer Familienrüstzeit im Oktober landeten wir am Sonntagmorgen beim Frühstück in einer heftigen Diskussion um das fortwährende Schrumpfen unserer Kirche. Was müsste sich alles ändern, um diesen Abwärtstrend aufzuhalten?

Eine Forderung lautete: Wir brauchen neben unseren alt vertrauten Gottesdienstformen auch neuere Gottesdienste, in denen musikalisch moderne Klänge die Kirche erfüllen.

Ich begann ziemlich vehement unsere Tradition zu verteidigen. Alsbald wunderte ich mich, dass ich mich so heftig engagierte in dieser Diskussion, aber schon war ich nicht mehr zu bremsen. In Nachhinein erschien mir manches Wort zu stark gewählt. Eine hitzige Debatte, die bei mir – 48 Stunden später – noch präsent war.

Vielleicht ist aber wirklich was dran?
Vielleicht ist die Zeit reif für eine neue Gottesdienstform in unserer Gemeinde?
Würden die Menschen einer solchen Einladung folgen?
So wie die Hirten dem Stern folgten?

Die Hirten, die den Stern sahen, waren arme Leute. Äußerlich arm. Innerlich aber voller Sehnsucht und Hoffnung und Hunger nach besserem Leben. Der Stern rührt an diesen inneren Kräften. Steh auf, höre auf deine Sehnsucht! Steh auf und geh los!

Die Bibel ist voll von solchen Aufbrüchen. Abraham, Mose, das Volk – und die Hirten. Die Hirten sehen den Stern und der Stern führt sie zu einem Ort: Es ist keine Pforte zum Paradies, die die Hirten finden. Es ist ein einfacher Stall, ganz ohne Technik, völlig unprofessionell, unspektakulär... und trotzdem der Ort, an dem sie erfüllt werden von göttlicher Gegenwart. Am Ende – leuchten sie selbst.

Herzlichst Ihre Pfarrerin Annegret Fischer