Tageslosung
Mittwoch 17.10.2018
Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein.Jesaja 9,6
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebräer 13,8
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Liebe Leserin, lieber Leser,

schön, dass Sie unser Gemeindejournal in die Hand genommen haben.

Björn-Hendrik Fischer, Pfarrer in unserer Gemeinde

Die Friedenskirchgemeinde heißt so, weil sie von dem Frieden lebt, der höher ist als alle Vernunft – dem Frieden, den Gott in die Welt gesandt hat in Jesus Christus. Macht uns zu freien, frohen Menschen, der göttliche Frieden, Heiliger Geist.

Unsere Gemeinde setzt sich aber auch für Frieden in der Welt ein, in unseren Tagen in unserer Stadt. Das ist gerade wieder sehr notwendig – hier Worte unseres Superintendenten Albrecht Nollau.

Seit diesem Brief vom 12. Juli gab es die „Absaufen!“-Rufe bei Pegida, es gab die aufgewühlte Woche in Chemnitz:

Liebe Schwestern und Brüder,

mit Sicherheit haben Sie im Sommer in den Medien die Geschichte des Schiffes der Dresdner Initiative „Mission Lifeline“ zur Kenntnis genommen. Das Rettungsschiff befand sich mit über 200 Flüchtlingen tagelang auf dem Meer und wurde von mehreren Staaten am Einlaufen in einen Hafen gehindert. Erst sehr spät fand sich eine europäische Lösung, bei der verschiedene Länder Kontingente für die Geflüchteten bereitstellten. Das Schiff wurde beschlagnahmt und der Kapitän steht nun wegen einer möglicherweise falschen Registrierung seines Schiffes vor Gericht. (...)

An dieser Geschichte ist mir deutlich geworden, dass sich in der letzten Zeit die Koordinaten dessen, was Menschlichkeit bedeutet, zu verschieben drohen. Diejenigen, die in einer privaten Initiative andere Menschen vor dem Tod durch Ertrinken retten, werden auf einmal zu Schuldigen.

Dass die Rettung von Schiffbrüchigen zur höchsten Pflicht innerhalb der Seefahrt gehört, habe ich schon als Kind gelernt. Unterlassene Hilfeleistung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch ein Straftatbestand!

Natürlich stehen hinter der Migration komplexe politische Fragen und natürlich leben wir in dem Dilemma, dass wir als Christinnen und Christen helfen wollen und es doch ehrlicherweise nicht in unseren Kräften steht, allen Menschen ohne weiteres Sicherheit und Wohlstand in unserem Land zu bieten.

Aber dass die Behinderung von Seenotrettung gegenüber Menschen aus Afrika billigend in Kauf genommen bzw. unter der Hand zu einem Mittel der politischen Abschreckung werden soll, das kann man nicht stillschweigend hinnehmen. (...)

Ich möchte mit Ihnen die Sorge teilen, dass in unserem Land eine – im tiefsten Sinne des Wortes – unheimliche Veränderung stattfindet, bei der grundlegende christliche und humanistische Werte in Frage gestellt werden.

Wo immer es möglich ist, sollten wir darauf aufmerksam machen, in Predigt, Gespräch und Fürbitte.

In diesem Sinne arbeiten wir weiter an unserer gemeinsamen Gesprächskultur.

Am 7. November ist die nächste Ausgabe von „Miteinander Reden“. An zehn Tagen bis zum Buß und Bettag laden wir zum Friedensgebet ein (siehe Seite 14).

Haben Sie noch Ideen, wie die Friedenskirchgemeinde ihrem Namen gerecht werden oder bleiben kann?

Ich grüße Sie mit Luthers alten Worten, die dieser Zeit wieder einmal so unverbraucht leuchten wie unser altes, erneuertes Turmkreuz:„Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unseren Zeiten. Es ist doch ja kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, denn Du, unser Gott, alleine.“

 

Herzlich Ihr Pfarrer Björn Fischer