Tageslosung
Montag 19.08.2019
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.Sacharja 9,9
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Matthäus 20,28
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Andacht zum Monatsspruch im Juli 2019

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Jakobus 1,19)

Björn-Hendrik Fischer, Pfarrer in unserer Gemeinde

Liebe Gemeinde,
wie gut tut ein Lob! Und wie wichtig es ist, zu überlegen, welche Aggressionen ich meinen Mitmenschen weitergebe. Wer hätte nicht jede Menge eigene Erfahrungen mit dem, was die beiden Monatssprüche für diesen Sommer ausdrücken.

Ich wünsche mir sehr, dass Sie in unserer Gemeinde immer mal wieder freundliche Reden hören, süß für die Seele und heilsam für die Glieder! Dass Sie hier auf Menschen treffen, die Ihnen gut tun. Mir persönlich geht das so: Fast in jedem Tag kommen irgendwo „freundliche Reden“ vor, und das macht mich ganz demütig dankbar, bei Ihnen und für Sie arbeiten zu dürfen. Meine Frau und ich sehen aber in letzter Zeit mit Sorge, dass  manche Gemeindeglieder den Jakobus-Spruch nicht gut zu kennen scheinen. Im Blick auf die aktuellen Gemeindeprojekte, auf die Arbeit des Kirchenvorstandes und seiner Kommissionen wählen manche Menschen einen Ton, der die gute Kinderstube vermissen lässt.

Wer behauptet, der KV arbeite „hinter verschlossenen Türen“, „gegen den Willen der Gemeinde“, „undemokratisch“ und seine Argumente seien „Kindereien“ – das irritiert uns, weil es unterstellt, der KV arbeite nicht sorgfältig oder gar böswillig. Konkret bei den Bauprojekten Paul-Gerhardt-Haus und Lutherhaus, auch bei den Überlegungen zur Altarraumgestaltung der Johanneskapelle nehme ich wahr, dass in der Mitte der Gemeinde in bissigem Ton unwahre Behauptungen verbreitet werden.

Zur Demokratie gehört, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Doch wünsche ich mir, dass, wer sich ärgert, sich erst einmal bei seinen Kirchvorstehern oder Pfarrern darüber informiert, was überhaupt der Fall ist, bevor man mit ungeprüften Falschmeldungen durch die Gemeinde zieht.

Und wenn man dann bemerkt, dass wirklich ein inhaltlicher Streitpunkt vorliegt, wünschte ich mir ei nen Anruf, eine Mail oder einen Brief. Sie können sicher sein, dass, was Sie uns sagen oder schreiben, in die Gestaltungsprozesse einfließt.

Alle, die sich über Entscheidungen der Gemeinde ärgern, bitte ich zu bedenken: Im Kirchenvorstand ar beiten von Ihnen gewählte Menschen in ihrer Freizeit, ohne Bezahlung, mit Herz und Verstand unzählige Stunden zum Wohl des Ganzen. Im KV und seinen Kommissionen werden Argumente gründlich abgewogen. Wortmeldungen von Gemeindegliedern finden Gehör. Das alles geschieht ernsthaft, mit großer Sorgfalt und respektvoll.

Unsere Kirchgemeinde ist über Radebeul hinaus für ihren demokratischen und strukturierten Leitungsstil bekannt. Die Geschäftsordnung unseres KV wird von anderen zum Vorbild genommen. Lassen Sie uns das als gemeinsames Markenzeichen weiter stärken. Beteiligen Sie sich engagiert an allem, was Sie interessant finden. Melden Sie sich. Reden Sie mit uns.

Arbeiten Sie mit daran, dass die Friedenskirchgemeinde ein Haus der heilsamen Worte bleibt, langsam zum Zorn und süß für die Seele.

Björn-Hendrik Fischer