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Wochenspruch zum Pfingstfest 2020

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr. (Sacharja 4, 6b)

Gerade in diesem Jahr mag uns die Intensität des Osterfestkreises wie ein Spiegel dessen erscheinen, was uns in geradezu atemberaubender Abfolge im Klima des gesellschaftspolitischen Kontextes, genauso wie in unseren eigenen kirchlichen Räumen zuweilen beängstigend nahe rückt. Im Miteinander unserer Lebenszusammenhänge, aber auch ganz allein geraten wir in Situationen und stoßen an Grenzen, mit denen wir uns nur schwer zurechtfinden können. Vieles macht uns Gedanken und treibt uns um. Vor allem zehrt dieses lähmende Gefühl an unseren Kräften, wenn wir uns »Heer oder Kraft« mehr oder weniger machtlos ausgesetzt fühlen. Ob uns da trösten kann, dass bereits der Prophet Sacharja dies nur zu gut kennt? Ihn sorgt, dass wir in all den sinnlosen Auseinandersetzungen von allen guten Geistern verlassen sein könnten. »Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr.«

Die Passionszeit ist uns ans Herz gelegt, damit in uns Ostern werden kann. Die Botschaft des Evangeliums ruft uns in diesem Geist zur Besinnung. Sie will uns bewusst in Unruhe versetzen. Sie will uns heilsam aufrütteln, dass wir innehalten um das, wovon wir uns beeindrucken lassen, all unsere Wertvorstellungen, meine Haltung, mein Tun und Lassen zu reflektieren.

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche »Sieben Wochen ohne« lädt uns ein: Zuversicht! – Sieben Wochen ohne Pessimismus. Denn haben wir nicht allen Grund uns nicht von Pessimismus anstecken zu lassen? Wir sind doch begabt all das, was wir nicht verstehen können, was uns so schwer fällt hinzunehmen, ja was uns zu Zeiten wütend macht oder auch traurig einfach gut sein zu lassen und der Kraft Gottes anzuvertrauen. Beglückend, wem Ostern auf diesem Wege zum Fest zu werden vermag: Diese Herrlichkeit in der Überwindung, diese Wahrhaftigkeit im Sprengen meiner Fesseln und zuletzt dieser Jubel aus tiefstem Herzen über die Herrlichkeit des Lebens. Ob wir es tatsächlich fertigbringen den Geist groß werden zu lassen, den Sacharja uns anlässlich des Pfingstfestes mit auf den Weg gibt?

»Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr.« Möge Ihnen und mir eine gesegnete und sinnvolle Zeit des Miteinanders geschenkt sein.

Ihre Pfarrerin Sigrun Zemmrich