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Andacht zum neuen Kirchspiel

»Ein jegliches hat seine Zeit, und alles vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.« (Prediger 3,1)

Annegret Fischer, Pfarrerin

»Alles hat seine Zeit.«

Caspar ist gerade in der vergnüglichen Phase, in der er sich bei jeder Gelegenheit aufrichtet und mit seinen kleinen Fingern alles herauszieht, betrachtet und anbeißt, was er zu fassen kriegt. Wir stöhnen verständlicherweise manchmal, weil wir schon soooo oft die Schleifenkiste wieder einräumen mussten. Und gleichzeitig loben wir Gott, dass dieser kleine Wonnejunge so ein gesundes glückliches Kind geworden ist.

Bald schon wird er laufen, dann wird er reden, in den Kindergarten gehen, zur Schule kommen, einen Abschluss machen, einen Beruf erlernen, heiraten, Kinder kriegen, alt werden … alles hat seine Zeit.

Als ich einst in der Ausbildung eine Unterrichtsstunde in der Grundschule gerade zu diesem Text aus Prediger  konzipieren und halten musste, da dachte ich noch etwas verächtlich: Wie kann so ein Satz etwas Besonderes sein?

Irgendwann merkte ich: Alles hat seine Zeit. Jedes Ding hat seine Zeit. Kann nicht beliebig dann oder jetzt noch einmal gemacht werden. Was dran ist, ist jetzt dran, kann jetzt getan werden, nicht irgendwann.

Und so kommt mit der Gründung des Kirchspiels auch ein neuer Gemeindebrief. Ein Magazin. Schick und neu und wohl überlegt. Jetzt nehmen wir Abschied vom Friedensgruß. Er hat seine Zeit gehabt. Bald beginnt etwas Neues: ein Kirchspiel – Radebeul – Moritzburg – Reichenberg. Eine Region schließt sich zusammen und bündelt ihre Kräfte. Vielleicht heißt es dann auch: alles braucht seine Zeit. Das Zusammenwachsen, zum Beispiel. Aber hier gibt es viel zu entdecken und ich freue mich darauf.