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01.09.2017

Dienstbeginn Pfarrerin Sigrun Zemmrich

Kategorie: Allgemein

Im September hat Frau Pfarrerin Sigrun Zemmrich ihren Dienst in unserer Gemeinde begonnen. Sie ist vom Landeskirchenamt zunächst bis Ende Juni 2018 zur Vakanzvertretung abgeordnet. Sie übernimmt den Seelsorgebezirk westlich der Bahnhof- bzw. Moritzburger Straße, leitet Gottesdienste und begleitet die Konfirmandengruppen der Klasse 8. Auch sonst ist sie an vielen Stellen im Gemeindeleben präsent. Wir wünschen Frau Pfarrerin Zemmrich Gottes Segen für die gemeinsame Zeit.

Pfarrerin Sigrun Zemmrich stellt sich vor

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen.“

Mit diesen Worten soll die Rede Luthers auf dem Reichstag zu Worms im Jahre 1521 geendet haben. Es ist wohl der Satz aus der Zeit der Reformation, der uns bis heute am meisten bewegt.

Wohl, weil diese nachdrückliche Zivilcourage, dieser Mut des Gewissens ein Thema ist, das gerade unsere lutherische Kirche traditionell prägt und lebendig hält. Es liegt geradezu in unserer protestantischen Natur, dass es manches Mal eines steinigen Weges bedarf, um über ein Potential kontroverser Positionen hinweg das Gemeinsame zu suchen und schließlich zu neuem Frieden zu finden.

Sich im Geist der Reformation jedes Mal neu solchen Wegen zu öffnen, sich dabei Aufund Umbrüchen zu stellen, das bedarf wahrhaftig eines starken Glaubens.

Doch um unseres verantwortlichen Miteinanders und unseres freiheitlichen Zusammenhaltes wegen lohnt es sich unbedingt, solcher Mühe nicht auszuweichen. Die Ausstrahlung dessen geht weit über den Verantwortungsbereich einer Kirchgemeinde hinaus. Durch etwa einen solchen Prozess erklärt sich auch die durchaus singuläre Situation, dass ich als derzeit Chemnitzer Pfarrerin für eine Zeit bei Ihnen und für Sie da sein werde.

Bei der Erziehung meiner beiden Kinder ist es mir wichtig gewesen, ihnen Nestwärme und Stärke mit ins Leben zu geben, so dass sie, erwachsen geworden, mutig und im Vertrauen auf sich und das Leben mit Freude ihren je eigenen Weg gehen. Es ist heute für mich erfüllend zu erleben, wie sie sich vom Geist unserer evangelisch-lutherischen Glaubenskultur her in ihrer ganz eigenen Weise haben beflügeln lassen.

Und: Tragen wir nicht alle dieses Sehnen nach einem erfüllten Leben in uns? Dass ich liebevoll gesehen und wahrgenommen werde? Dass ich mich zugehörig, ja, beheimatet fühle bei Menschen, die ebenso wie ich ihre Kraft sinnstiftend aus dem Vertrauen auf das Wort Gottes schöpfen? Die frohgemut mit mir das Leben schmeckend, durch alle lauten und leisen Stimmen hindurch auf das eine Wort hören, das zu heilen vermag? Dieses Wort, das in allen Höhen und Tiefen des Lebens tatsächlich hält und trägt?

„Glück ist eine Überwindungsprämie.“ Dieser lebenskluge Satz kommt mir dabei in den Sinn. Ich bin überzeugt, dass meine Erfahrungen aus mehr als 20 Jahren als Gemeindepfarrerin im ländlichen und städtischen Bereich, den Dienst in der Friedenskirchgemeinde in guter Ergänzung zur erfreulich jungen Mitarbeiterschaft bereichern können. Meiner Lebensphase entsprechend liegen heute naturgemäß der Schwerpunkt meines Dienstes mehr in den Arbeitsbereichen mit den Menschen fortgeschrittenen Lebensalters.

In gespannter Erwartung neuer Begegnungen grüße ich Sie herzlich.

Ihre Pfarrerin Sigrun Zemmrich