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15.11.2017

Apfelbäume für drei Radebeuler Kirchgemeinden

Kategorie: Allgemein

Elf Tage vor dem Reformationstag, an einem Freitagnachmittag, nach einem kurzen Reisesegen, startete ein Tross von 20 Radlern der drei Radebeuler Kirchgemeinden vom Pfarrhof am Dorfanger gen Wittenberg. Drei Apfelbäume sollten in der Stadt, in der Luther einen Großteil seines Lebens wirkte, abgeholt werden.

Je ein Luther-Apfelbaum zum 500. Jahr der Reformation an jede der drei großen Kirchgemeinden in Radebeul – eine Initiative und schöne Idee, die noch auf unsere ehemalige Pfarrerin Antje Pech zurückgeht.

Vorbei an Meißen, Schloss Proschwitz und Nünchritz ging es immer entlang des Elberadwegs.

Das erste Ziel war nach etwa 65 Kilometern erreicht: Mühlberg, eine kleine Stadt an der Elbe direkt an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Die Nachtherberge im Kloster Marienstern war gut zu erreichen, direkt im Zentrum gelegen.

Das Kloster wurde 1228 gegründet und im 16. Jahrhundert durch die Reformation aufgelöst. Heute ist es im Besitz der Stadt Mühlberg. Bewirtschaftet und instandgehalten wird es durch den Orden der Clarentiner. Nach dem gemeinsamen Abendbrot im Äbtissinnen-Haus gab es mit Pater Alois eine interessante und mit vielfältigen meditativen Impulsen untersetzte Führung durch die Kirche und die Anlagen des Klosters.

Auch der folgende Tag war zeitlich straff geplant. Zu absolvieren waren 90 Kilometer in knapp fünf Stunden. Kein Pappenstiel, denn die Radlergruppe bestand nicht nur aus durchtrainierten Sportlern, sondern einem Mix aus 14-jährigen Konfirmanden und auch Pensionierten jenseits der 70 Jahre. Trotz viermaliger Bekanntschaft mit dem Pannenteufel erreichten alle erschöpft, aber glücklich Wittenberg. Dort, im Hofe der Leucorea, der Universität, an der schon Luther und Melanchton lehrten, wurden dann die 95 Apfelbäume, die jeweils eine der Thesen von Martin Luther repräsentierten, an die neuen Eigentümer verteilt.

Einer der drei Baume geht an die katholische Gemeinde Christ König, einer an die Lutherkirchgemeinde Radebeul und einer wird letztendlich hinter der Friedenskirche seinen Platz finden.

Ein weiterer 4. Baum wurde durch die Firma B.KRAUSE gezeichnet. Auch mit insgesamt vier Bäumen erreicht Radebeul erstaunlicherweise nicht den Titel als Gemeinde mit der weltweit höchsten Dichte an Luther-Apfelbäumen. Wir werden es wohl verschmerzen können. Anschließend blieb noch etwas Zeit für einen Besuch der Schlosskirche, des Luther-Museums und des Panometers mit dem historischen 360°-Panorama zur Reformation von Yadegar Asisis.

Die Rückfahrt gestaltete sich für alle Radfahrer weitaus weniger anstrengend, nämlich im Reisebus, gemeinsam mit anderen Gemeindegliedern aus Radebeul, die auch den Tag für einen Besuch in Wittenberg genutzt hatten.

Es war für alle, ohne Ausnahme, eine schöne gemeinsame und konfessionsverbindende Reise.

Vielen Dank an Norbert Fink und Annegret Fischer, ebenso an alle anderen Helfer und Organisatoren, die zum Gelingen der Fahrt beigetragen haben.

Steffen Kutter