Tageslosung
Montag 17.12.2018
Ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten.Jesaja 43,20
/Jesus spricht:/ Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Johannes 7,37
Forumlar der Volltextsuche in den Inhalten dieser Webseite

30.09.2018

Strukturreform: Gemeinsame Diskussion um die sinnvollste Lösung

Kategorie: Strukturreform

In den letzten Ausgaben des Friedensgruß und zur Gemeindeversammlung am 8. Juni 2018 hatte der Kirchenvorstand bereits zur anstehenden Strukturreform berichtet, im Zuge derer wir mit der Lutherkirchgemeinde und den Kirchgemeinden Reichenberg und Moritzburg (der sogenannten Planungsregion I im Kirchenbezirk Dresden-Nord) eine Organisationseinheit bilden sollen. Laut Vorgabe des Landeskirchenamts müssen wir bis zum 30.6.2019 einen genehmigungsfähigen Vertrag beim Regionalkirchenamt einreichen. 

Sehr erfreulich ist, dass die Synode bei der Verabschiedung der Änderung des Kirchgemeindestrukturgesetzes einen zentralen Kritikpunkt unserer Eingabe berücksichtigt hat und den Laienvorsitz im Schwesternkirchverhältnis nachgebessert hat. Auch unser Wunsch nach einem Verwaltungsleiter wurde wohlwollend diskutiert, hierzu bleiben wir im Gespräch mit der Landeskirche. Unsere grundlegende Kritik am Zwang zur Bildung neuer Rechtsformen über bestehende Kooperationsbeziehungen hinaus wurde allerdings erwartungsgemäß nicht aufgegriffen. Die Antwort der Synode können Sie hier nachlesen.

Seit Mai trifft sich regelmäßig eine Gruppe von je drei Vertretern aus unseren beiden Radebeuler Gemeinden, Moritzburg und Reichenberg, um den Strukturprozess gemeinsam zu planen und abgestimmte Handlungsempfehlungen an die vier Kirchvorstände zu erarbeiten. Inzwischen wurden die vier uns zur Verfügung stehenden Organisationsformen (Schwesterkirchverhältnis, Kirchgemeindebund, Kirchspiel und Fusion zu einer Kirchgemeinde) von der regionalen Koordinierungsgruppe diskutiert, bewertet und auf ihre Zukunftstauglichkeit hin untersucht. 

Das Schwesterkirchverhältnis und auch der Kirchgemeindebund sind am nächsten am Status quo: jede Gemeinde hat vergleichsweise hohe rechtliche und finanzielle Autonomie, die allerdings mit hohem Abstimmungsaufwand (Gremien!) in der dezentralen Struktur verbunden sind und erhebliche Arbeitszeit der Pfarrer binden. Im Schwesterkirchverhältnis gibt es eine sogenannte anstellende Gemeinde, bei der alle übergemeindlich  tätigen Hauptamtlichen angestellt sind. Diese anstellende Gemeinde hat eine herausgehobene Stellung und doch haben alle beteiligten Gemeinden (unabhängig von ihrer Größe) das gleiche Gewicht bei anstehenden Entscheidungen. 

Noch sehr ähnlich dem Schwesternkirchverhältnis ist der neu eingeführte Kirchgemeindebund, bei dem allerdings schon eine gemeinsame Körperschaft öffentlichen Rechts gegründet wird. Im Kirchgemeindebund gibt es ähnlich viele Gremien, wie beim Schwesternkirchverhältnis. Er unterscheidet sich von diesem v.a. durch einen gemeinsamen Haushalt.

Diesen beiden Modellen gegenüber steht das Modell der Fusion zu einer Kirchgemeinde, das mit einfacheren, klaren Strukturen trumpft und nur vergleichsweise wenige Gremien hat. In diesem Modell verlieren die Gemeinden ihre Eigenständigkeit zugunsten einer neuen gemeinsamen Körperschaft öffentlichen Rechts. Rechtlich eigenständig bleiben die Gemeinden beim Kirchspiel, allerdings ist auch dieses Modell mit gemeinsamem Haushalt, gemeinsamem Kirchenvorstand usw. relativ nah beim Modell der Kirchgemeindevereinigung (Fusion). 

Mehr Informationen zu den Modellen finden Sie in der Arbeitshilfe der Landeskirche, in der die vier Modelle in einer übersichtlichen Tabelle verglichen werden. Eins liegt auf der Hand: alle Modelle haben Vor- und Nachteile, in allen Modellen gibt es aber auch einen Gestaltungsspielraum und ohne Vertrauen und sich Aufeinanderzubewegen funktioniert sowie nichts. 

Zur Unterstützung der Arbeit der Kirchenvorstände, Strukturkommissionen und der regionalen Koordinierungsgruppe haben bereits zwei Fachgruppen zu den Themen Kirchenmusik und Gemeindepädagogik ihre Arbeit aufgenommen. Die Finanzausschüsse aller vier Gemeinden treffen sich demnächst. Wenn eine (vorläufige) Entscheidung über das präferierte Modell der Zusammenarbeit gefällt worden ist, wird sich eine vierte Fachgruppe mit der Umsetzung in der Verwaltung beschäftigen. 

Derzeit stehen wir mitten in der Diskussion über die (im Rahmen dieser vier Auswahlmöglichkeiten) sinnvollste Lösung für unsere vier Gemeinden. Wenn Sie sich in diese Diskussion mit Ihrer Meinung und Ihrer Erfahrungen einbringen können oder Fragen zur Strukturreform haben, dann sprechen Sie Pfarrer Fischer oder mich gern an oder schreiben bzw. mailen Sie uns an kirchenvorstand@friedenskirche-radebeul.de.

Oder kommen Sie zur Gemeindeversammlung am 16. November 2018, 19.00 Uhr im Paul-Gerhardt-Haus, bei der wir über den aktuellen Stand der Strukturdiskussion informieren und Gelegenheit für Fragen und Diskussion sein wird.

Claudia Hultsch

Sie finden sie bisherigen Beiträge auf der Seite : Strukturreform im Bereich "Über Uns" unserer Gemeindeseite.