Tageslosung 14. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag 28.08.2016
Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.2.Samuel 22,3
In allem sind wir bedrängt, aber nicht in die Enge getrieben, ratlos, aber nicht verzweifelt, verfolgt, aber nicht verlassen, zu Boden geworfen, aber nicht am Boden zerstört.2.Korinther 4,8-9
Forumlar der Volltextsuche in den Inhalten dieser Webseite

Sabine Heer

Seniorenarbeit in unserer Gemeinde

Introtext:

„Auf Spurensuche des Lebens\"

 

Schlagwort:

Sabine Heer

 

Teasertext:

Seniorenarbeit in unserer Gemeinde „Auf Spurensuche des Lebens\"

Wie bist Du zur Seniorenarbeit gekommen?

Obwohl ich über viele Jahre mit meiner Familie in Dresden wohnte,
 bin ich durch das Singen in der Kantorei stets mit unserer
Gemeinde verbunden geblieben.

Als wir 1998 nach Radebeul zogen, suchte ich nach neuen Möglichkeiten, mich verstärkt in die Kirchgemeinde einzubringen. Für den Besuchsdienst für Ältere wurden gerade Leute gesucht und ich meldete mich dafür. Über diesen Dienst erfuhr ich von der Möglichkeit, ein Fernstudium „Seniorenbildung“ bei der Ev. Erwachsenenbildung absolvieren zu können. Die heutigen Senioren sind jünger als früher, sind sehr aktiv, selbstbewusst und kreativund stellen andere Ansprüche an die Betreuer der Seniorenkreise. Während der zweijährigen Ausbildung wurden wir befähigt, vielseitig zu arbeiten, verschiedene Methoden anzuwenden und somit Veranstaltungen für Senioren lebendig und abwechslungsreich gestalten zu können. Ein herzliches Dankeschön dafür, dass ich in unserer Gemeinde das Abschlussprojekt durchführen konnte und mit großer Freude und Engagement Seniorennachmittage mitgestalten durfte. Seit 2003 bin ich ehrenamtliche Mitarbeiterin für Seniorenarbeit.

Was ist Dein Anliegen?

Mir ist wichtig, die Senioren über verschiedene Themen anzuregen, in ihrem Schatzkästchen des Lebens auf Spurensuche zu gehen, und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich möchte, dass die Senioren Aktivierung und Ermunterung erfahren und lernen, auch kleine Wunder und Freuden am Tag zu entdecken. Dabei stehen Fragen zum Glauben und zu Bibelworten im Mittelpunkt unserer Seniorenarbeit.

Wie viele Seniorenkreise gibt es in unserer Gemeinde und wie wird die Seniorenarbeit gestaltet?

Es sind drei Kreise (in jedem Gemeindebezirk gibt es einen), die bisher von den zuständigen Pfarrern im Wechsel mit mir betreut wurden. Zukünftig wollen wir die Seniorenarbeit anders organisieren und erweitern. Der Donnerstag soll der Seniorentag in unserer Gemeinde werden. Neben den drei Seniorenkreisen wollen wir am 1. Donnerstag des Monats zusätzlich Ausflüge unternehmen, wandern gehen, Ausstellungen besuchen und vieles mehr. Dieser Tag ist für alle Senioren der Gemeinde gedacht. Ideen und Anregungen dafür sind willkommen. Der Ansprechpartner für die Seniorenarbeit und meine Tätigkeit ist Herr Pfarrer Salzmann.

Die Vorbereitung der thematischen Seniorennachmittage braucht sicher viel Zeit. Wie gehst Du vor?

Die Themen sind sehr vielgestaltig – entsprechend der Jahreszeiten oder der Feste wähle ich Bibelverse, Psalmen und manchmal kommen mir auch ganz spontane Ideen. Ich versuche immer, Symbole für das Leben zu finden. Als Biologin finde ich oft Anregung dazu in der Natur bzw. Naturwissenschaft. Dann lässt sich manches anschaulicher erklären und darstellen. Dafür sammle ich über einen längeren Zeitraum Materialien zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel Bilder, Gedichte, Texte oder Bücher, Gegenstände – und manchmal ist auch Kreativität gefragt. Themen wie „Spuren in meinem Leben“, „Zeit“, „Früchte des Lebens“, „Ich bin das Licht der Welt“ regen zum Nachdenken, Erinnern und Bewältigen an. Auf jeden Fall bleibt es jedem selbst überlassen, inwieweit er oder sie sich zu den genannten Themen äußern will.

Welche Wünschehast Du für Deine Arbeit?

Ich wünsche mir, dass wir ein breiteres Spektrum von Senioren ansprechen können. Auf jeden Fall hoffen wir immer auf Neugierige,
die sowohl eigene Ideen hinsichtlich gewünschter Themen als auch sich selbst mit einbringen. Leider fühlen sich oftmals die „jüngeren Älteren“ von unseren Angeboten nicht angesprochen. Könnte es möglicherweise am Wort „Senior“ liegen, das in unserer Alltagswelt so negativ besetzt ist? Vielleicht gibt es Vorschläge oder Ideen wie man „das Kind“ nennen soll, damit es angenommen wird. Gestalten Sie mit, dass auch wir Älteren gleichberechtigt im Haus der Kirche wohnen können.

Einmal im Jahr finden doch die Seniorentage statt. Wann sind sie in diesem Jahr geplant?

Seit 2003 organisiere ich zusammen mit den Pfarrern unserer Gemeinde die Seniorentage. In diesem Jahr werden sie vom 2. bis 5. November 2006 stattfinden. Näheres dazu steht auf der Seniorenseite im Friedensgruß auf Seite 10.

Können eigentlich auch Leute kommen, die sich noch nicht zu den Senioren zählen?

Ja natürlich, die Seniorentage sind offen für alle Interessierten.

Was macht Dir bei der Arbeit mit Senioren besonders Freude?

Diese Arbeit finde ich ganz beglückend! Auch wenn ich viel von mir selber gebe, bekomme ich enorm viel zurück. Man kann von den Älteren lernen und erfährt manche Lebensweisheit. Viele erzählen, wie sie zielgerichtet durch das Leben gingen. Und man hört auch davon, dass der Glaube durch schwere Zeiten trägt. Man entdeckt wirklich ein Schatzkästchen des Lebens! Es ist ein beeindruckendes und
aszinierendes Ehrenamt.

Was gehört sonst noch zu Deinem Leben?

Neben Familie und Beruf hat mich die Musik mein ganzes bisheriges Leben begleitet. Ich singe in unserer Kantorei mit und bin Mitglied des Kammerchores. Außerdem beteilige ich mich an der Offenen Kirche und besuche regelmäßig im Rahmen des Besuchsdienstkreises ältere Menschen unserer Gemeinde.

Ich danke Dir sehr herzlich für das
Gespräch!

Das Interview führte Barbara Heinrich.

Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 10/2006 übernommen.