Forumlar der Volltextsuche in den Inhalten dieser Webseite

Der Waffenstillstand zu Kötzschenbroda

1645 ist das Jahr, in dem der Waffenstillstand zu Kötzschenbroda geschlossen wurde. Er hatte über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus große Bedeutung.

1645 ist das Jahr, in dem der Waffenstillstand zu Kötzschenbroda geschlossen wurde. Er hatte über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus große Bedeutung.

Sachsen und Schweden begannen in Cossebaude, auf der gegenüberliegenden Elbseite, Waffenstillstandsverhandlungen. Sie wurden wegen kriegerischer Gefährdung - nach 27 Jahren Krieg hatten die Soldaten einfach Angst vor dem Frieden- nach Kötzschenbroda verlegt, im Pfarrhaus weitergeführt und am 27. August mit einer Gültigkeit von zunächst sechs Monaten unterschrieben.

Nach Ablauf dieser Frist beiderseits verlängert, wurde dieser Waffenstillstand für Sachsen zum Vorfrieden des endgültigen allgemeinen Friedens von 1648, dem „Westfälischen Frieden“.

Während der Verhandlungen in Kötzschenbroda rief der Pfarrer des überelbischen Dorfes Weistropp seine Gemeinde in einem Steinbruch bei Oberwartha zur Betstunde für das Gelingen der Verhandlungen zusammen.

Im Turmzimmer im Hinterschiff der Kirche steht der Tisch, auf dem der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet worden sein könnte.
Turmzimmer im Hinterschiff der Kirche

Im Turmzimmer im Hinterschiff der Kirche steht der Tisch, auf dem der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet worden sein könnte.

An der Wand  befinden sich Tafeln mit den wichtigsten Daten dieses Krieges.  Der Grabstein des Magisters Augustin Preschers, der zur Zeit des Waffenstillstandes hier als Pfarrer tätig war und erheblichen Anteil am guten Abschluss hatte, steht im Vorraum der Kirche.

Grabstein des Magisters Augustin Preschers

1845 wurde das 200-jährige Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert. Kötzschenbroda mit seinen Parochiedörfern zählte damals 3000 Einwohner. Rund 16000 Gäste sollen in den Augusttagen dieses Jahres  hier gewesen sein.

Zeitbedingt konnte 1945 des 300-jährigen Jubiläums nur schlicht im Gottesdienst gedacht werden. Unser Posaunenchor blies an diesem Tage vom Turm unserer Kirche das erste Mal wieder nach dem Krieg.

In seiner Predigt am Reformationsfest, 31. Oktober 1939 erinnerte Pfarrer Gerhard Richter zugleich im Gedenken an die Reformation in Kötzschenbroda vor 400 Jahren auch des Waffenstillstandes von 1645.

Zum 350. Jahrestag am 27. August 1995 wurde ein festlicher Gottesdienst gefeiert. Die Predigt hielt Landesbischof  Volker Kreß. Weiterhin sprachen Herr Pfarrer i.R. Eberhard Gehrt, der Kulturattache Schwedens, Frau Dr. Inger Schubert, ein Nachfahre des damaligen Unterzeichners für die schwedische Seite, Herr Jürgen Sarrazin, ein Nachfahre des Pfarrers Augustin Prescher, Herr Dr. Hans Prescher sowie der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Herr Professor Kurt Biedenkopf.

Eine Bronzeplatte im Fußweg vor dem Eingang zum Pfarrhof erinnert an diese Feier. Das Original des Vertrages, welches von den schwedischen Verhandlungsführern unterzeichnet  wurde, befindet sich im sächsischen Staatsarchiv in Dresden, das von sächsischer Seite unterzeichnete ist in Stockholm bei einem Brand vernichtet worden. Der Text des Waffenstillstandes ist bei uns als Kopie vorhanden.

Download: Der-Waffenstillstandsvertrag-zu-Koetzschenbroda(neudeutsch).PDF

Die Reden, die anlässlich der 350-Jahrfeier gehalten wurden, können Sie auf der Internetseite der Stadt Radebeul finden.

Links zu diesem Thema

Erinnerung an Waffenstillstand vor 360 Jahren in Kötzschenbroda.
Auf der Homepage der Landeskirche Sachsen.

http://www.evlks.de/aktuelles/nachrichten/4080.html