Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
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Sie suchte eine Nachfolgerin. Ich habe zugesagt und ab Herbst 2001 diese Tätigkeit als Kirchenhüterin übernommen.
Wie viele Personen arbeiten in der „Offenen Kirche“ mit?
Im vergangenen Jahr waren wir 25, jetzt sind wir 27 Personen.
Wie ist der Dienst organisiert?
Ab diesem Jahr ist die Kirche samstags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Sonntags öffnen wir von 14 bis 18 Uhr. Wenn die Kirche geöffnet ist, brennt immer eine Kerze. In der Regel wechseln sich die Mitarbeitenden aller zwei Stunden ab.
Sind auch mal spontane Kirchenbesuche in der Woche möglich?
Ja, natürlich. Interessenten können sich im Pfarramt melden.
Haben Sie eine Übersicht, wie viele Menschen unsere Kirche so besuchen?
Zum Tag des Offenen Denkmals kamen im vorigen Jahr ca. 250 Besucher; zum Weihnachtsmarkt waren es etwa 1000 Besucher; im Jahr waren es mehr als 7000. 2003 war die Kirche an 37 Tagen geöffnet. Die Kirchenhüter leisteten 157 Einsätze zu je 2 Stunden.
Mit welchen Anliegen kommen die Besucher in unsere Kirche?
Das ist ganz unterschiedlich: Manche interessieren sich für die Baugeschichte der Kirche, andere suchen einen Ort der Stille. Viele bewundern die Höhe und die Größe unserer Orgel und die schönen Fenster im Altarraum. Und dann fragen sie nach dem Friedenstisch. Neben Gästen und den Radfahrern vom Elberadweg kommen auch viele Radebeuler, auch solche, die noch nie in unserer Kirche waren und neugierig geworden sind und sich informieren wollen.
Wie bereiten Sie sich und Ihre Mitarbeitenden auf die Arbeit in der „Offenen Kirche“ vor?
Zu diesem Amt gehört ein gewisser Wissensstand. In der Vergangenheit erhielten wir sehr engagierte Unterstützung durch Herrn Pfarrer Gehrt. Er hat ja unser Kirchenarchiv aufgearbeitet und für die Offene Kirche Material zusammengestellt. Wir versuchen, uns umfassend zu informieren. Dazu gehören auch Kontakte zu anderen Gemeinden und Seminare über Kirchenraumpädagogik – darüber habe ich schon einmal im Friedensgruß Okt./Nov. 2003 berichtet. Einzelne Bausteine der Kirchenraumpädagogik ließen sich schon auch bei uns verwenden: für unterschiedliche Gruppen unserer Gemeinde, aber auch für andere Gruppen, die sich anmelden. Dann könnten wir uns gezielt vorbereiten.
Von wem bekommen Sie Unterstützung?
Unterstützung bekomme ich vom Kirchenhüterkreis. Es ist eine gute Zusammenarbeit. Wir treffen uns zwei Mal im Jahr und sprechen über unsere Arbeit. Unsere Ansprechpartnerin im Pfarramt ist Frau Schleinitz. An sie kann ich die Wünsche und Gedanken aus dem Kreis der Kirchenhüter herantragen. Kantor Kaiser ist auch für ein kleines Orgelspiel bereit, wenn Besucher die Orgel vorgestellt bekommen wollen.
Was sagt Ihr Mann zu Ihrem Ehrenamt?
Mein Mann ist auch Kirchenhüter.
Was gefällt Ihnen besonders bei dieser Tätigkeit?
Ich habe Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen – zum einen mit den Kirchenhütern und dann natürlich mit den Besuchern.
Was wünschen Sie sich so für diese Arbeit?
Ich wünsche mir, dass die Arbeit immer gut weitergeht, und auch dass sich noch mehr junge Leute (aus der Jungen Gemeinde) für diese Arbeit engagieren.
Was ist noch so geplant?
Es wird darüber nachgedacht, die Kirche auch in der Woche zu öffnen. Wir haben vor, die Kerzenschale immer an einen festen Standort in der Kirche zu stellen. Die Besucher, die es wünschen, sollen die Möglichkeit haben, eine Kerze zu erwerben und anzuzünden.
Wie lange sind Sie eigentlich schon Radebeulerin?
Wie lange haben Sie schon eine Beziehung zur Friedenskirchgemeinde?
Seit meiner Geburt: Ich bin in der Friedenskirche getauft, in der Lutherkirche konfirmiert. Wir leben im Haus meiner Eltern.
Was haben Sie beruflich gemacht?
Ich habe Chemie studiert. Dann arbeitete ich in einer Berufsschule als Lehrerin für Chemie, Mathematik und Englisch. Nach dieser Zeit bekam ich eine Anstellung im Arzneimittelwerk in der Abteilung Information und Dokumentation. Das war eine sehr interessante Arbeit für mich. Bis zu meinem 62. Lebensjahr war ich berufstätig. Ich hatte mit vielen Leuten zu tun und leitete Arbeitskreise. Dabei erwarb ich Fähigkeiten, die ich jetzt auch ganz gut bei meiner Tätigkeit in der „Offenen Kirche“ anwenden kann.
Was gehört sonst noch so zu Ihrem Leben?
Ich singe sehr gern im Chor der Johanneskapelle. In Haus und Garten gibt’s viel zu tun und die Enkelkinder kommen sehr gern zu uns und wir freuen uns, wenn sie da sind.
Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 02/2004 übernommen.













