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FRIEDENSGRUSS

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02-03/12

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Aufmacherbild: Gedanken zum Monatsspruch Juli 2007

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2007

Jesus Christus spricht: Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Mt. 5,16

Dieser Bibelvers ist ein kurzes und kerniges Bildwort aus der Bergpredigt.

Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt. Und er vergleicht das mit einer Stadt, die auf dem Berg liegt. Mir fällt dazu immer die Burg Stolpen ein. Schon von weitem sieht man sie. Stolpen ragt aus der Landschaft heraus.

Manchmal ist unten im Tal noch alles neblig – die Burg streckt sich
dem Himmel entgegen. Sie ist einfach nicht zu übersehen. So sollt ihr sein. Wie eine Stadt auf dem Berg oder wie ein Licht, an dem man sich
in aller Finsternis orientieren kann.

Allerdings: Nicht um euer selbst willen, sondern um der Menschen willen. Sie sollen das sehen, stutzig werden, fragen, merken und entdecken: Die oder der macht das, weil er oder sie etwas davon
gespürt hat, was die Welt verändern kann. Die machen das aus ihrer Überzeugung heraus. Die wollen nicht gut dastehen, sondern die sind da hingestellt. Die müssen auch nicht immer die Scheinwerfer auf sich ausrichten, die müssen sich nicht anpreisen – die stehen einfach da und tun ihres. Und das tun sie gut.

Eine Frau aus dem sozialen Bereich erzählte unter Tränen, dass ihr Chef verlangt habe, sie solle nicht so menschlich sein. Sie würde zuviel Zeit brauchen bei den Leuten, die sie zu betreuen hat. So
ginge das nicht.

Ich weiß, dass die Frau viele Stunden gar nicht aufschreibt, in denen sie sich um Menschen kümmert. Ihr ist nur wichtig, dass nicht nur die nötige Arbeit verrichtet wird – Zeit zum Reden ist genau so wichtig und manchmal hilfreicher als alle mögliche Unterstützung bei Ämtern oder durch Medizin und Therapie.

„Sie dürfen nicht so menschlich sein“ –ist das nicht ein schlimmer Satz? Ein Vorgesetzter aus dem Sozialwesen (sozial heißt übrigens „dem Gemeinwohl dienend“ und „hilfsbreit“) scheut sich nicht, so etwas Unmenschliches zu sagen – er scheint wohl tätig, aber nicht wohltätig zu sein.

Ich glaube, dass die Frau das hier liest. Und von Herzen wünsche ich Ihnen, liebe Frau X., dass Sie auch weiter so menschlich sind. Und ich wünsche es all denen, die Ihnen anvertraut sind. Sie, Frau X.,machen genau das, was Jesus uns gesagt hat: Lasst euer Licht leuchten, ihr seid wie die Stadt auf dem Berg. Beides ist zu sehen. Es werden Menschen aufmerksam. Menschen erfahren etwas von Gottes Liebe, es wird ihnen geholfen, sie erleben Helligkeit, Freundlichkeit, Liebe.

Bei manchen erregt das Anstoß: Beidenen, die um ihrer selbst willen „leuchten“ wollen, bei Vorgesetzten, die auf Kosten der Menschlichkeit einsparen,die Profite erhöhen und Kosten senken wollen.

Unter der Überschrift „lebendig und kräftig und schärfer“ versammeln sich Christen zum Kölner Kirchentag. Die Überschrift zeigt schon, dass wir aufgefordert sind, als Christen auf unser Profil zu achten: „…damit wir unterscheiden können zwischen Wichtig und Unwichtig, damit wir uns den Blick nicht vernebeln lassen vom Geschwätz der Tage und damit wir im Blick auf die Zukunft nicht weiter im Nebel stochern…“

(Kirchentagspräsident Reinhard Höppner). Die Stadt auf dem Berg ragt über die vernebelten Täler hinaus. Wer Licht hat, kann sehen, wo es lang geht. Jesus traut uns das zu. Zur Ehre Gottes – um der Menschen willen.

Wolfram Salzmann

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006