Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
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Zur Familienrüstzeit über Himmelfahrt haben wir uns mit unseren Lebenswegen beschäftigt. An einem Vormittag waren wir in Gruppen unterwegs. Jede hatte die Aufgabe, den eigenen Lebensweg zu gestalten.
Welche Wege bin ich bisher gegangen? Was gab mir Halt? Wo ging es mir schlecht? Was oder wer hat mir geholfen, auch mit Schwierigkeiten fertig zu werden? Gesine, Elsa und andere Kinder haben miteinander über ihren Weg nachgedacht So entstand ein wunderschönes Bild.
Die Mädchen haben den Weg mit Löwenzahlblüten, Gänseblümchen und einer Tulpe gestaltet. Von der Mitte ausgehend, zieht er immer größere Kreise. Am Anfang geht noch alles in geregelten Bahnen. Bald kommen die ersten Umwege und Schwierigkeiten: Krankheiten, Veränderungen im Alltag, der Kindergarten, die Schule. Dann liegt eine Tulpe auf dem Weg. Das ist die Gegenwart. Noch ist alles recht gleichmäßig. Sie haben aber den Weg noch viel weiter geführt. Sie ahnen, dass noch manches kommen wird, was nicht so leicht zu bewältigen ist.
Die Bilder, die die Erwachsenen gelegt haben, haben manches davon erzählt.
Eine Gruppe hat die alte Geschichte von den Spuren im Sand gestaltet – so sahen sie ihren Weg: Ein Mensch träumte, er ginge am Strand mit Gott spazieren. Die Sterne schienen und er konnte seine eigene Vergangenheit erkennen. Er sah doppelte Fußspuren im Sand und fragte, was diese bedeuteten. Gott antwortete: „Seit es Dich gibt, hab ich Dich immer begleitet.“ Doch dann sah er ein Stück lang nur eine Fußspur und erinnerte sich, dass dies die schwerste Zeit in seinem Leben war und fragte Gott: „Wo warst Du während dieser Zeit? Warum hast Du mich allein gelassen?“ Gott entgegnete: „Ich habe Dich nie verlassen. Da, wo Du nur eine Spur siehst, habe ich Dich getragen.“
Eine gute Zeit wünscht Ihnen
Wolfram Salzmann













