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FRIEDENSGRUSS

Ausgabe:
02-03/12

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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Aufmacherbild: Gedanken zum Monatsspruch September

Gedanken zum Monatsspruch September

Jesus Christus spricht:

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Die ganze Welt gewinnen ist das eine reizvolle Vorstellung?
Manches lässt uns da zurückhaltend sein. Da mag uns zum einen der Gedanke an  manch eine  brieflich oder telefonisch  übermittelte  Gewinnmitteilung  in  ungute Erinnerung kommen, die sich dann doch nur als Werbetrick erwiesen hat. Zum anderen wird auch die Vorstellung an die  ganze  Welt  uns  ein  wenig zu  groß erscheinen.

Immerhin, auf einen ordentlichen Lottogewinn hoffen viele, und die  regelmäßigen Quizsendungen, bei denen es auch um stattliche Beträge geht, lassen  viele davon träumen, was sie mit solchen Summen wohl selbst anfangen  würden.   Wenn ein Gewinner dann auf die  Frage  nach  der  Geldverwendung  antwortet:  Erst einmal eine große Reise machen, und dann dem oder jenem  vielleicht  auch  ein wenig abgeben, dann stimmen ihm innerlich viele zu. Ja, das wäre schön.   Sicher kann es nicht darum gehen, die ganze Welt tatsächlich zu besitzen, aber so  viel wie möglich mitnehmen von dieser Welt, ihre Schönheit und  ihre  Vielfalt mit eigenen Augen sehen, so viel wie möglich mitnehmen  von  diesem  Leben, es in vollen Zügen genießen, ohne  Geldsorgen, das  ist  schon  eine  angenehme Vorstellung. Und wenn man genug hat, kann man ja auch noch an andere  denken.

Außerdem hat Gewinnen ja durchaus auch noch eine andere Bedeutung  als  nur  die der zufälligen Glückszu- wendung. Ich kann zum Beispiel einen  Freund  gewinnen. Meine gewinnen- de Art kann mir Türen und Herzen öffnen.   Die  Welt  gewinnen das ist schon reizvoll. Das heißt ja: Einfluss haben,  eine  Rolle  spielen  und natürlich so reich- lich ausgestattet sein,  dass  ich  mir  um  meine  Existenz keine Sorgen machen muss und  dass  ich  mir  von  Zeit  zu  Zeit  auch  Wünsche erfüllen kann. Gerade das Erntedankfest wird schon bald wieder Anlass sein,  für all das Gute zu danken, das wir nutzen und  genießen  können.   Und  doch  warnt Jesus: Gebt acht! Die Sorge um diese Güter,  um  vieles  Nützliche,   aber  auch Entbehrliche, die Sorge darum, dass ihr nicht zu kurz  kommt,   die  Sorge  auch darum, dass ihr genügend beachtet werdet, das alles kann  euch  leicht  gefangen nehmen. Und dann gerät Wichtiges schnell aus dem Blickfeld:  Die  Zeit  für  die Stille vor Gott, die gewissenhafte Beachtung seiner Ratschläge,  die  Mühe  um gute Beziehungen zu den Menschen, die mit euch leben. Ihr könnt äußerlich  gut ausgestattet sein und auch körperlich fit sein. Und  dennoch  kann  die  Seele Schaden nehmen. Das wäre so schade. Denn die Seele ist entscheidend für  das Leben. Und Jesus  möchte,   dass  wir  ein  gutes,   erfüll-  tes  Leben  haben.

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006