Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
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- vor über zwei Jahrtausenden in der Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die das neu geborene Jesus-Kind im Stall von Bethlehem fanden;
- und im Mittelalter, als im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts ein Künstler die beiden bunten Glasfenster für den Kölner Dom gestaltete, die auf dem Titelbild des Friedensgrußes zu sehen sind. Sie zeigen nun die Geschichte von den königlichen Geschenken aus dem Alten und Neuen Testament nebeneinander.
Aus dem fernen Saba, dem heutigen Jemen, soll sie gekommen sein. Vom Ende der Welt, aus dem der Weihrauch stammt, hat sie einen weiten, beschwerlichen Weg zurückgelegt. Und sie hat Wertvolles mitgebracht. Sicher nicht nur viel Gold, wie es im Buch 1. Könige 10 heißt. In den goldenen Truhen lagert wohl auch das so festlich riechende Gewürz, das ihr Land so reich gemacht hat. Sie bringt es dem König in Jerusalem. Angelockt hat sie der Ruf der Weisheit, von dem alle Welt berichtet: Bei Salomo, dem kleinen König eines jungen Königreichs, soll diese Weisheit anzutreffen sein.

- Titelbild des Friedensgruß - Ausgabe 12-2006
Anders ist es in der Szene aus dem Neuen Testament. Hier haben sich die Weisen selbst auf den Weg gemacht. Vom Stern geführt finden sie das Kind - nicht in einem Thronsaal und nicht in der Hauptstadt des Landes, sondern in der kleinen Stadt Bethlehem. Dennoch ist die Szene nicht weniger festlich als am Königshof in Jerusalem. Die Weisen bringen nicht nur ihre Weisheit, sondern Gold, Weihrauch und Myrrhe mit (Matth.2). Wegen solch prächtiger Gaben sind sie - wie auf unserem Bild zu sehen - schon bald zu Königen geworden: Kronen zieren ihr Haupt. In dem Kölner Glasfenster hat der erste, der vor dem Kind kniet, sie allerdings schon wieder abgesetzt. Für ihn zählt nicht die Krone, sondern das Kind.
So wichtig die Gaben auch sind, wichtiger sind die Menschen, die sie geben und empfangen. Bei der königlichen Begegnung aus alttestamentlicher Zeit ist das unzweifelhaft: Salomo und Sabas Königin schauen sich in die Augen. Es ist wie Liebe auf den ersten Blick.
Anders scheint es auf den ersten Blick zwischen dem dunklen, bärtigen König und dem hellhäutigen Kind zu sein. Zwischen ihnen steht im Zentrum des Bildes der goldene Pokal. Und doch verbindet er ihre segnenden Hände, und ihre Blicke sind einander zugewandt.
Die Kölner Glasfenstermaler haben wie andere Künstler vor und nach ihnen so zwei Szenen aus Altem und Neuem Testament eng aufeinander bezogen. In beiden kommen aus heidnischen Landen von weit her ehrwürdige Menschen ins heilige Land. Sie bringen Schätze mit, die zu ihnen gehören, und begegnen dem verehrten Fremden auf Augenhöhe. Es entsteht eine Beziehung, die wunderschön ausstrahlt wie die Kölner Fenster selbst. Es ist die Freude von Weihnachten, die in diesen Bildern leuchtet. Ulfrid Kleinert













