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FRIEDENSGRUSS

Ausgabe:
02-03/12

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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Aufmacherbild: Gedanken zur Zeit

Gedanken zur Zeit

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Zum neuen Jahr grüßen wir Sie mit der Jahreslosung: Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Johannes 14,19

Was soll ein Bild von Adam und Eva auf dem Titel der Weihnachtsausgabe? Hat denn die Geschichte etwas mit Weihnachten zu tun?

Sie hat sehr wohl mit Weihnachten zu tun. „Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis …“ singen wir (EKG 27, 6). Nikolaus Hermann, der Kantor und Dorfschullehrer aus Böhmen, wollte seinen Kindern mit dem Lied die Zusammenhänge verdeutlichen: Der Mensch war weit weg vom Paradies, seit dem Sündenfall ist es ihm verschlossen.

Aber mit der Geburt des Kindes hat Gott die Tore des Paradieses wieder geöffnet: Das Kind versöhnt die Welt wieder mit Gott. Es gibt Bilder aus dem 15. Jahrhundert, die die Mutter Maria mit ihrem Kind in einem paradiesischen Garten zeigen. Und die roten Kugeln unseres Christbaumschmucks sind eigentlich nichts anderes als Symbole für die Äpfel (vom Baum der Erkenntnis), der jetzt wieder zu sehen ist, nachdem die Tore des Garten Eden geöffnet sind.

Türen öffnen sich. Erinnern Sie sich noch, wie es war, als zur Bescherung die Türe geöffnet wurde? Wenn es endlich soweit war, schien das Paradies vor einem zu liegen. Haben wir als Erwachsene das Paradies wieder verloren? Ist es verschlossen? Oder stehen wir am falschen Platz, vor den verkehrten Türen? Durch welche Türen werden wir in den kommenden Wochen gehen?

Die Kauftempel haben ihre Türen weit geöffnet – und wir meinen, durch möglichst viele gehen zu müssen, um ja niemanden und nichts zu vergessen. Aber die Einkaufs - paradiese sind es nicht, wo wir den Weihnachtsfrieden finden.

Im Gegenteil. Wie sieht es aus mit der Türe zu den Kindern, den Eltern, der Freundin oder der Person, die ich schon lange einmal besuchen wollte? Kann sich da nicht etwas Gutes anbahnen? Oder die Türe zu mir selbst? Dass ich mir Zeit nehme für mich, für das, was mich umtreibt, was mir die Ruhe raubt.

Oder: Ich gehe mit anderen zusammen durch die Türe einer Kirche, trete ein, setze mich, singe, bete und höre, was Gott mir sagen will – auch vor und nach dem Heiligen Abend ist Gelegenheit dazu.

Oder: Mit meiner Spende für „Brot für die Welt“ kann ich etwas dazu beitragen, dass sich für andere Menschen Türen öffnen. „Heut schließt er wieder auf die Tür …“ – es wäre doch traurig, wenn Gott die Türen öffnet und niemand geht hinein.

Wolfram Salzmann

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006