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FRIEDENSGRUSS

Ausgabe:
02-03/12

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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Aufmacherbild: Inge Wenzel

Inge Wenzel

Ich will den Leuten Kirche und Gemeinde nahe bringen

Frau Wenzel, Sie engagieren sich sehr für die Konfirmationsjubiläen in unserer Gemeinde. Wie kam es dazu?

Der Auslöser für mich war mein 50-jähriges Konfirmationsjubiläum. Ich freute mich auf ein Wieder sehen mit vielen Bekannten. Zu meiner großen Enttäuschung kamen aber nur vier Teilnehmer aus meinem Jahrgang. Andere hatten offensichtlich nichts erfahren, obwohl sie noch am Ort wohnen. Das wollte ich für die Zukunft ändern. Solch ein Jubiläum sollte Begegnungen mit ehemaligen Mitkonfirmanden ermöglichen, es sollte ihnen aber auch zeigen, wie unsere Kirche jetzt aussieht und was aus der Gemeinde geworden ist.

Wie gehen Sie bei der Adressen-Suche vor?

So nach und nach habe ich mir eine Methode erarbeitet. Anhand der Konfirmandenbücher im Pfarramt stelle ich Listen mit den Namen aus den jeweiligen Jubiläumsjahrgängen zusammen. Die anschließende Adressensuche ist oft eine Sisyphusarbeit. Mir kommt zunächst zu Gute, dass ich viele Leute in Radebeul kenne. Dann aber bin ich angewiesen auf Zuarbeit aus den einzelnen Jahrgängen. Da glüht dann mein Telefon. Außerdem befragen wir natürlich auch den Computer in der Kanzlei. Aber bereits jeder, der jetzt in Coswig oder Radebeul- Ost wohnt, erscheint da nicht; von denen, die weiter weggezogen sind, ganz zu schweigen. Diese Arbeit übersteigt die zeitlichen Möglichkeiten der Mitarbeiter im Pfarramt.

Welche Konfirmationsjubiläen werden in unserer Gemeinde gefeiert?

Nach 25, 40, 50 und 60 Jahren und dann aller 5 Jahre laden wir ein. Die Feier der Goldenen Konfirmation " 50 Jahre " ist in Deutschland verbreitet, die anderen Jubiläen eher nicht. Das regelt jede Kirchgemeinde für sich.

Gibt es einen bestimmten Sonntag im Kirchenjahr, der dafür vorgesehen ist?

Ja, Trinitatis, das ist der Sonntag nach Pfingsten, in diesem Jahr der 11. Juni.

Was passiert alles an diesem Tag?

Jubiläumsgottesdienste finden sowohl in der Friedenskirche als auch in der Johanneskapelle statt. Am Nachmittag treffen sich alle Jubilare bei Kaffee und Kuchen im Luthersaal.

Melden sich die Leute selbst oder werden Sie eingeladen?

Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, dass jeder von der Kirchgemeinde direkt zu seinem Konfirmationsjubiläum eingeladen wird. Viele denken nicht daran und manche haben vielleicht auch vergessen, wie viele Jahre das Ereignis schon zurückliegt. Wir laden alle herzlich ein, die in dem entsprechenden Jahr konfirmiert worden sind. Gelegentlich melden sich ehemalige Konfirmanden auch von selbst.

Wie viele Einladungen schreiben Sie jährlich?

Anfang des Jahres verschicken wir ca. 300 Briefe.

So viele?

Ja, in den Jahrgängen, die vor 50 oder mehr Jahren Konfirmation hatten, sind in der Regel fast ganze Schulklassen konfirmiert worden. In den nachfolgenden Generationen werden die Gruppen kleiner.

Wie sind die Reaktionen auf Ihre Einladungen?

Von unseren Einladungen werden etwa zwei Drittel beantwortet. Sowohl der Gottesdienst als auch das Treffen am Nachmittag werden gut besucht.

Gibt es besondere Erlebnisse?

Die älteste Teilnehmerin hatte das 80-jährige Konfirmationsjubiläum! Teilnehmer, die 89 oder 90 Jahre alt sind, gibt es immer wieder. Die weiteste Reise zum Jubiläum machte wohl eine ehemalige Konfirmandin, die aus Kanada kam. Für dieses Jahr haben wir bereits eine Anmeldung aus den Niederlanden. Oft schreiben auch Jubilare, die nicht kommen können und schicken Grüße an ihre ehemaligen Mitkonfirmanden und die Kirchgemeinde.

Sie arbeiten in der "Offenen Kirche" mit?

Gemeinsam mit meinem Mann gehöre ich zur Gemeindegruppe der "Offenen Kirche". Mein Empfinden ist, dass es ein zunehmendes Interesse an Kirche gibt. Ich habe noch keinen Dienst erlebt, wo mal niemand gekommen ist. Unsere Mitarbeit passt gut zu den Vorbereitungen auf die Konfirmationsjubiläen. Beide Dienste ergänzen sich. Immer wieder erfährt man von Kirchenbesuchern, dass sie hier konfirmiert wurden und häufig bekommen wir dann aktuelle Adressen.

Was motiviert Sie für diese Dienste?

Mein Anliegen ist es, den Leuten Kirche, aber auch unsere Gemeinde nahe zu bringen und darüber zu informieren. Mir selbst ist Kirche Heimat geworden. Mit meiner Familie lebe ich schon viele Jahre in unserer Kirchgemeinde und helfe gern in der Gemeinde mit. Längere Zeit habe ich im Kirchenvorstand mitgearbeitet und war neben meiner Berufstätigkeit 24 Jahre Synodale in der Landeskirche und der Generalsynode.

Jetzt bin ich Rentnerin, helfe mit bei "Offene Kirche" und kümmere mich um die Vorbereitung der Konfirmationsjubiläen. Für Hinweise auf aktuelle Adressen und Namen von ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden sind wir sehr dankbar, wollen wir doch so viele Jubilare wie möglich einladen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Sie.

Das Interview führte Barbara Heinrich

Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 02/2006 übernommen.

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006