Tageslosung
Donnerstag 17.10.2019
Wenn du deinem Nächsten etwas verkaufst oder ihm etwas abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen.3. Mose 25,14
Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. Matthäus 7,12
Forumlar der Volltextsuche in den Inhalten dieser Webseite

Kirchenmusik

Die kirchenmusikalischen Angebote in der Friedenskirchgemeinde sind sehr vielfältig. Sie reichen von der Orgelbegleitung im Gottesdienst über eigene Choraufführungen und Auftritte des Posaunenchores bis hin zu zahlreichen hochkarätig besetzten Konzerten im Jahreslauf.

Alle regelmäßigen Angebote der Kirchenmusik (Chöre, Kurrende, Band) finden Sie unter Angebote.


Den Jahresplan mit allen Konzerten finden Sie hier: Jahresprogramm

»Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik, die mich so oft erquickt und aus großen Nöten errettet hat.« Schon Martin Luther wusste ein Loblied auf die Musik zu singen. Sie kennt den richtigen Ton für jede Lebenslage und macht unser Leben so viel reicher. Gestalten Sie die Kirchenmusik in unserer Gemeinde aktiv mit: Gott zur Ehre, dem Nächsten zu Erbauung, sich selbst zum Guten!

Peter Kubath, Kantor der Friedenskirche,

verantwortlich für die musikalischen Gruppen der Gesamtgemeinde und ihrer Leiterinnen

»Zeit und Ewigkeit« von Johann Gottlieb Naumann

Olaf Nippe schreibt dazu:

Im lieblichen Seifersdorfer Tal, nicht weit von Radebeul entfernt, steht ein Gedenkstein mit der Widmungsaufschrift: „Dem Sänger des Thales“. Es war der verehrte Dresdner Hofkapellmeister und Komponist Johann Gottlieb Naumann (1741-1801), der, seiner Bedeutung entsprechend, schon zu Lebzeiten von der Schöpferin des Gartens, Christina von Brühl, verewigt wurde. Seine wunderbare geistliche Kantate „Zeit und Ewigkeit“ soll nun am Buß- und Bettag durch unsere Kantorei in der Friedenskirche aufgeführt werden.

Das Werk stellt in jeder Hinsicht ein herausragendes Beispiel evangelischer Kirchenmusik aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dar und überzeugt vollkommen durch seine musikalische Schönheit und inhaltliche Konzeption.

Naumann war in Dresden als Hofkapellmeister für die beiden Hauptzweige der höfischen Musikpflege verantwortlich: für die reiche katholische Kirchenmusik in der Hofkirche und den Opernbetrieb am Hoftheater – in beiden Bereichen hat er großartige musikalische Schöpfungen hinterlassen, aber für die Komposition evangelischer Kirchenmusik hatte er wenig Gelegenheit. Durch seine dirigentischen und organisatorischen Fähigkeiten wurde er jedoch als hochgeschätzter Berater an die dänischen und schwedischen Höfe gerufen, um dort die Musik nach Dresdener Vorbild zu gestalten. Auf einer solchen Dienstreise nach Stockholm im Jahre 1777 lernte Naumann bei einem kurzen Aufenthalt in Ludwigslust, der nagelneuen Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin, die dortige höfische Musikpflege kennen, die sich deutlich von der des katholischen Dresdner Hofes unterschied. Herzog Friedrich, ein frommer, dem Pietismus zuneigender Regent, unterhielt ein kleines musikalisches Ensemble und ließ zur Erbauung seiner eigenen Person und seines Hofes geistliche Konzerte, sogenannte „Concerts spirituels“, aufführen. Nach einem ersten freiwilligen Beitrag Naumanns zu diesen Konzerten folgte bald der Auftrag zur Vertonung des Kantatentextes „Zeit und Ewigkeit“, verfasst vom dem am Schweriner Hof angestellten Theologen Henrich Julius Tode (1733-1797). Der Komponist selbst leitete am Neujahrstag des Jahres 1784 in Ludwigslust die Uraufführung, die so erfolgreich war, dass das Stück in den folgenden Jahrzehnten immer wieder aufgeführt und zum festen Repertoire der „Concerts spirituels“ in Ludwigslust wurde.

Der Text von Tode entfaltet zwischen der resignativen Feststellung eines Psalmenverses „Ist doch der Mensch gleich wie nichts“ und der Zusage Jesu aus der Offenbarung des Johannes „Siehe, ich komme bald“ die christliche Antwort auf das unaufhaltsame Fortschreiten der Zeit und das damit verbundene Ende irdischen Lebens. Der in wechselnden Bildern voranschreitende Gedankengang des Textes wurde in ein dramaturgisches Wechselspiel von Chören, Rezitativen und Arien gegliedert, eingefügte Strophen aus Kirchenliedern kommentieren und runden die größeren Abschnitte jeweils ab.

Naumann kleidete diesen ihm vorgegebenen Text kongenial in eine Musik, die ein abwechslungsreiches Kaleidoskop seiner kompositorischen Fertigkeiten und künstlerischen Raffinesse bietet. Jede musikalische Nummer ist vollkommen ausgewogen und in sich ein kleines Kabinettstückchen, und zwar in Hinblick auf die Qualität der Tonsprache, Textausdeutung, Instrumentierung und der musikalischen Dramaturgie.

Für mich persönlich gehört Naumanns Kantate „Zeit und Ewigkeit“ zu den schönsten „Stückchen“ Musik des gesamten barocken und klassischen Kantatenschaffens überhaupt. Dichter und Komponist wollten in die Herzen ihrer Zeitgenossen dringen, sie anrühren und zum Nachdenken bewegen. Ihr gemeinsames Werk ist von so hoher Qualität, dass diese Wirkung auch für uns Menschen im 21. Jahrhundert ganz unvermindert fortdauern kann.

Fragen und Feedback

Für Rückfragen zu den Terminen können Sie Kontakt mit unserem Kantor Peter Kubath aufnehmen.

Die nächsten Musiken in der Friedenskirchgemeinde finden Sie in unserem Jahresprogramm.