Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation;Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

Kontakt  |  Suche  |  Seitenstruktur  |  Impressum
 rahmen top

FRIEDENSGRUSS

Ausgabe:
02-03/12

» download

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kein Tagesvers verfügbar!

Gästebuch

hinterlass
Deine Spuren
» einschreiben

Aufmacherbild: Matthias Drese

Matthias Drese

Tischler, Posaunenchorleiter, Organist

Ich bin in einem Pfarrhaus groß geworden, wo Musik selbstverständlich eine Rolle spielte.

Zuerst habe ich bei einer ganz strengen Lehrerin Klavierunterricht gehabt. Später lernte ich dann Orgel spielen, das Instrument hat mich viel mehr interessiert, die ganze Technik und so. Dass ich in einen Posaunenchor kam, liegt an meinem Bruder. Er war schon dabei und hatte ein neues Instrument geschenkt bekommen und da wollte ich auch eine Trompete. Besonders hat mir die Gemeinschaft im Chor gefallen an der Orgel oder am Klavier bist du immer allein. Später waren meine Eltern in Döbeln. Dort hat mich ein blinder Kantor durch sein absolutes Gehör fasziniert. Er achtete sehr auf die Intonation, und Bläserklänge klangen auf einmal viel schöner. In Radebeul habe ich im Posaunenchor unter Leitung von Christoph Franke dessen bläserisches Handwerk schätzen gelernt. Davon profitiere ich noch heute.

Es gibt einen 20 Jahre alten Brief von Christoph Franke an Pfr. Gehrt, darin geht es um Dich...

Christoph Franke war damals schon über 70 Jahre alt. Er war auf der Suche nach einem Nachfolger als Chorleiter. Er hatte mit allen Chormitgliedern gesprochen, was sie davon hielten, wenn ich der Nachfolger würde. Und in dem Brief teilt er Pfr. Gehrt mit, dass ich zunächst sein Stellvertreter werden sollte.

Es hat noch eine Weile gedauert, bis der Stabwechsel erfolgte?

Genau fünf Jahre: 1988, ein Jahr nach unserem 90-jährigen Chorjubiläum, bin ich im Gottesdienst als neuer Leiter eingeführt worden. Am Anfang hatte ich ganz schönen Bammel es waren ja wirklich viele sehr musikalische Leute im Chor. Aber Christoph Franke hat mir sehr geholfen, er war auch sehr fair: Nach den Übungsstunden hat er mir oft Tipps gegeben, wie ich manches verbessern kann.

Was ist das Besondere am Posaunenchor?

Wir sind eine Dienstgruppe und wir wissen, warum wir Musik machen. Für mich ist der Psalm 98,46 ein Leitspruch. Natürlichgibt’s auch gegensätzliche Meinungen. Aber wir verstehen unsere Musik als Dienst für die Gemeinde. Es ist etwas anderes als ein Hobby, was man nur für sich macht. Zur Übungsstunde gehört selbstverständlich die Andacht. Wenn wir im Gottesdienst musizieren, beginnt unser Blasen mit der Fürbitte. Diese Musik hat mit unserem Glauben zu tun und das ist schön so.

Was freut dich, worüber ärgerst du dich als Chorleiter?

Alle sind sehr einsatzbereit, wir sind in der Gemeinde engagiert und können oft in Gottesdiensten spielen. Wir sind eine gute Gemeinschaft. Das macht Freude. Manchmal stört mich, dass es bei der Probe untereinander soviel mitzuteilen gibt wenn manche nur nicht so viel quatschen würden!

Habt ihr Probleme, junge Leute zu finden?

Im Prinzip schon. Junge Leute werden in ihrem Alltag von allem möglichen und unmöglichen beeinflusst. Sie lassen sich nur schwer zu einer Sache gewinnen, wo sie auch Verantwortung tragen müssen. Und genau das ist bei uns der Fall: Jeder Bläser ist verantwortlich für den Fortbestand des Chores. Aber wir haben das Glück, zwei Jungbläser im Chor zu haben und drei sind zur Zeit bei Chormitgliedern in Ausbildung. Es ist nur schade, wenn manche danach nicht weiter machen oder weg gehen. Es kommt auch vor, dass welche zu uns kommen, die anderswo ausgebildet wurden. Zur Zeit geht’s uns ganz gut. Aber über einen Nachfolger für mich mache ich mir Gedanken.

Wie geht’s dir damit, dass deine Frau mit im Chor ist?

Sehr gut. Sie hat viel Verständnis für meine Arbeit als Chorleiter und ist ein kritisches Chormitglied. Aber das ist in Ordnung. Wir haben uns ja auch durch das Blasen kennen gelernt, bei einer Rüstzeit in Joketa. Durch sie bin ich überhaupt nach Radebeul gekommen.

Was ist für die nächste Zeit geplant?

In der Advents- und Weihnachtzeit haben wir viele Dienste. Sie stehen im Friedensgruß. Etwas besonderes ist die Musik zum Striezelmarkt am 4. Dezember, 17.30 Uhr, in der renovierten Kreuzkirche. Nächstes Jahr am Reformationstag planen wir ein gemeinsames Wochenende mit dem Chor aus Abstatt-Auenstein, da besteht unsere Verbindung seit 25 Jahren.

Du arbeitest voll in deinem Beruf als Tischler, du leitest ehrenamtlich den Posaunenchor, du hilfst oft als Organistaus bleibt da noch Zeit für anderes?

Ich stehe oft beizeiten auf und setze mich an die Orgel. Da geht’s mir gut und da entspanne ich mich.

Kannst du noch etwas zu deiner Orgel sagen?

Na ja, die habe ich mir selber gebaut. Aus zwei elektronischen Orgeln. Und die Pedale sind aus der Johanneskapelle, von der alten Orgel. Das ist eben mein Hobby.

Welche Musik liebst du besonders?

Eigentlich alle Stilrichtungen. Aber ich finde immer wieder zu Bach zurück, er ist für mich der Größte. Selbst ganz bescheidene Sachen von ihm sind einfach schön.

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006