Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
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Wie bist du zur Musik gekommen?
Schon als Kind habe ich gern gesungen und ging deshalb in die Singschule und später in die Kurrende zu Kantor Hoch. Das war eine sehr schöne Zeit. In der Kurrende fand ich Freunde und Gleichgesinnte. Wir hatten viel Spaß zusam- men und ich fühlte mich dort wohl.
In die Schule ging ich dagegen nicht sehr gern wegen des politischen Drucks. Das Klavierspielen war schon während der Schulzeit ein Hobby.
Nach der Schulzeit entschied ich mich, in Weimar Schulmusikerziehung zu studieren. Als Absolventin wurde ich nach Bautzen an eine Sorbische EOS mit musischem Profil vermittelt. Dort unterrichtete ich Klavier. 1987 wurde unser Sohn Ludwig geboren. Seitdem bin ich in Radebeul freiberuflich als Klavier- und Flötenlehrerin tätig. Das sehe ich als ideale Möglichkeit, Familie und Beruf miteinander zu verbinden.
Neben dem Klavierunterricht hast du auch andere Aufgaben übernom men. Was machst du noch?
Als Ludwig in den Evangelischen Kindergarten kam, wurde ich dort gefragt, ob ich die musikalische Früherziehung übernehmen möchte. Anfangs probierte ich es mit Kreistänzen und merkte, es hat den Kindern und mir Spaß gemacht. Um mich gut vorbereiten zu können, absolvierte ich ein zweijähriges Fernstudium mit dem Ziel, Lehrerin für musikalische Früherziehung zu werden.
Inzwischen habe ich mir ein eigenes Programm zusammengestellt. Neue Ideen dafür bekomme ich bei Weiterbildungen. Vor etwa 8 Jahren bat man mich, in der Familieninitiative für die ganz Kleinen von anderthalb bis drei Jahren eine musikalische Früherziehung, den sogenannten Musikgarten, anzubieten.
Im Rahmen einer Wochenendweiterbildung lernte ich ein entsprechendes Konzept kennen. Jetzt singe und spiele ich einmal in der Woche zusammen mit der Puppe Ursula und den Kleinen mit ihren Muttis oder Vatis. Ich habe festgestellt, dass schon in diesem Alter enorme musikalische Fortschritte erreicht werden können.
Und deine Arbeit im Musiktheater unserer Gemeinde?
Als Kantor Hoch in den Ruhestand ging, übernahm ich für ein halbes Jahr die Kurrende, bis Herr Kaiser das Kantorenamt übernahm. Da in unserer Gemeinde sehr viele musisch interessierte Kinder sind, sollte es über die Kurrende hinaus noch ein weiteres Angebot geben. Deshalb Bildunterschriften gründeten Ulrike Wenzel und ich das Musiktheater, das es nun seit neun Jahren gibt. Interessierte Kinder im Christenlehre-Alter nehmen einmal in der Woche daran teil.
Welche Themen habt ihr schon bearbeitet?
Das waren z.B. die Themen Zirkus, Die Legende vom Bischof Nikolaus, Der Turmbau zu Babel, ein Ostermusical, Das Märchen von den 12 Monaten, Pippi Langstrumpf oder Bücher, die uns als Vorlage dienten Lippels Traum, Das Neueste von den 7 Zwergen und Die wilden Hühner.
Die größeren Kinder behandelten die älteste Frage der Welt: Wann ist Frieden? Wann ist Krieg? Es entstand ein anspruchsvolles Programm, das im Luthersaal aufgeführt wurde.
Woran arbeitet ihr gerade?
Zur Zeit erarbeiten wir Die wilden Hühner auf Klassenfahrt. Die Jugendbuchautorin Cornelia Funke hat mit ihrer Serie großen Erfolg bei den Kindern. Deshalb entsteht nun schon unser zweites Theaterstück zu den Wilden Hühnern. Es soll im Sommer 2007, möglichst zum Gemeindefest und höchstwahrscheinlich auch zum Herbst- und Weinfest aufgeführt werden.
Wie bereitet ihr euch vor?
Wenn das Thema feststeht, suchen wir passendes Material und lesen mit den Kindern die entsprechenden Bücher. Ulrike Wenzel schreibt ein Drehbuch dazu und ich suche die Musik und die Lieder zusammen. Die Ideen der Kinder werden natürlich integriert.
Da müsst ihr ja Eure Arbeit sehr genau planen.
Ja, das stimmt. Im ersten Halbjahr arbeiten wir an einem Theaterstück. Und im Herbst überlegen wir uns, was wir Heilig Abend machen wollen. Seit 1998 gestalten wir die 1. Christvesper für Familien. Die Kinder vom Musiktheater übernehmen das Krippenspiel. Sie werden von Instrumentalisten und einem Chor, der aus Christenlehrekindern besteht, musikalisch unterstützt.
Was ist dir bei der Arbeit mit Kindern besonders wichtig?
Mir ist wichtig, dass die Kinder gern kommen und lernen, dass Musik etwas Schönes ist und Spaß macht. Außerdem bekommen die Kinder ein Gefühl für Gruppenarbeit.
Die Eltern erzählen mir, dass ihre Kinder selbstbewusster geworden sind und an Persönlichkeit gewonnen haben. Die Arbeit für das Musiktheater funktio- niert in Teamarbeit mit Ulrike Wenzel . Du bist ja eine viel beschäftigte Musikpädagogin.
Hast du noch Zeit für ein Hobby?
Ich bin zur Zeit voll ausgelastet. Das geht aufgrund meiner derzeitigen Familiensituation ganz gut. Einmal in der Woche singe ic im Kammerchor des St. Benno Gymnasiums. Außerdem spiele ich mit Freundinnen zusammen im Flötenquartett.
Alles Dinge, die mir Freude machen!
Herzlichen Dank und alles Gute für deine weitere Arbeit!
Das Interview führte Barbara Heinrich.
Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 04/2007 übernommen.













