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FRIEDENSGRUSS

Ausgabe:
02-03/12

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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Aufmacherbild: Tobias Franz

Tobias Franz

Ich übernehme Verantwortung für mich und für die Gruppe

Tobias Franz im Interview mit Barbara Heinrich.

"Gut Pfad", Tobias!

Seit wann bist du ein Pfadfinder?

Seit mehr als fünf Jahren gehöre ich zu unserem Pfadfinderstamm Rotfuchs.

Wie alt bist du?

16 Jahre, ich gehe in die 10. Klasse.

Was bedeutet euer Gruß?

Er bedeutet Treue gegenüber Gott, der Gruppe und gegenüber sich selbst. Ich bin für mich verantwortlich und für meine Mitmenschen. Unsere Basis ist der Glauben.

Wie lange gibt es die Pfadfinderbewegung?

Seit 1907, sie wurde von Robert Baden-Powell in England gegründet. Diese Jugendbewegung ist heute weltweit verbreitet.

Wann begann in unserer Gemeinde die Pfadfinderarbeit?

Martin Degen fing im Jahr 2000 mit dieser Arbeit an. Wir gehören zum Verband Christlicher Pfadfinder - dem VCP. In Sachsen hat sich dieser Verband 1990 wieder gegründet und wir als Stamm »Rotfuchs« gehören seit 2002 dazu.

Was ist der VCP?

Der VCP ist der Dachverband von einem Großteil der evangelischen Pfadfinder in Deutschland. Er ist ein Zusammenschluss von evangelischen Mädchen und Jungen und ist offen für konfessionell anders- bzw. nicht gebundene Jugendliche. Die Pfadfinderarbeit vor Ort lebt vom Engagement ehrenamtlicher Erwachsener. Der VCP ist Mitglied im Weltpfadfinderverband. Genauere Informationen kann man unter http://www.vcp.de nachlesen.

Habt ihr eine eigene Homepage?

Ja, unter www.pfadfinder-radebeul.de sind wir zu finden. Auf dieser Seite gibt es auch weitere Informationen zur Gruppenarbeit vor Ort und zu den Methoden und Prinzipien der Pfadfinderarbeit. Außerdem haben wir dort Berichte und Bilder von Fahrten und Lagern eingestellt.

Wie viele Pfadfinder gehören zum Stamm Rotfuchs?

60 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren zählen zu unserem Stamm. Die meisten sind im Alter von 8 bis 12 Jahren. Wir unterteilen uns in sechs Gruppen - wir sagen Sippen. Jede Sippe hat einen Sippenleiter und wählt nach einem demokratischen Prinzip für ein Jahr einen Sippenvertreter. Dieser vertritt die Interessen in der Stammesleitung.

Wie oft trefft ihr euch?

Einmal in der Woche. Außerdem gibt es jährlich einen Stammestag und ein Stammeslager (ein Wochenende) sowie für die ältere Hälfte unseres Stammes zusätzlich ein landes- oder bundesweites Lager.

Hast du eine pädagogische Ausbildung gemacht, damit du Sippenleiter sein kannst?

Ich wurde an drei Wochenenden zum Erwerb der Jugendleiter-Card ausgebildet. Darüber stand schon einmal etwas im Friedensgruß. Außerdem habe ich ein halbes Jahr lang in den Pfadfindergruppen von Martin Degen hospitiert.

Welche Sippe leitest du?

Vor fünf Monaten fing ich an, zusammen mit Martin Degen eine Gruppe von 7 bis 9-jährigen zu leiten. Seit September leite ich diese Gruppe allein. Meine Arbeit steht immer unter einem Jahresthema. Das Thema meiner Gruppe ist dieses Jahr: »Geld und Konsum«. Darüber sprechen wir jede Woche und außerdem nehmen wir uns noch Zeit für Spiele.

Wie wird man ein Pfadfinder?

Wer neu zu uns kommt, muss erst in die Sippe und in unsere Arbeit hineinwachsen. Nach einem Jahr legen die jüngeren Kinder (6 bis 9 Jahre) das Wölflingsversprechen ab und erhalten das grüne Halstuch mit einem von ihnen selbst gemachten Wolfsknoten. Für die Wölflingsarbeit ist das Dschungelbuch (von Rudyard Kipling) die Vorlage. Die älteren Kinder legen das Pfadfinderversprechen ab und bekommen das grün-weiße Halstuch mit einem Lederknoten.

Wie lautet das Pfadfinderversprechen?

" Ich möchte mit euch in Gruppe und Stamm als christlicher Pfadfinder zusammenleben, allzeit für Kameradschaft und Gerechtigkeit eintreten und Hilfe geben, wo Hilfe notwendig ist."

Das Pfadfinderversprechen ist eine freiwillige Erklärung. Die Aufnahme ist an keine Prüfung oder ähnliches gebunden. Die ersten Pfadfinder von unserem Stamm wurden 2002 bei der Stammesgründung aufgenommen. Zu diesem Fest hatten wir die Eltern und Gäste vom Landesverband eingeladen.

Was ist der Unterschied zwischen Pfadfinderarbeit und Christenlehre ?

Die Pfadfinderarbeit insgesamt ist mehr erlebnispädagogisch orientiert. Außerdem fahren wir regelmäßig auf Fahrt und Lager (meist 2-3 mal jährlich). Unser Stammeslager ist einmal im Jahr in Radebeul bei der Johanneskapelle.

Ihr tragt eine bestimmte Uniform?

Der Begriff Uniform ist unzutreffend und widerspricht dem Geist der Pfadfinderbewegung. Wir haben eine Pfadfinder-Kluft, und zwar ist das ein Fahrtenhemd mit drei Zeichen: dem Zeichen des Weltpfadfinderinnen oder Weltpfadfinderverbandes (einem Kleeblatt oder einer Lilie), dem Zeichen des VCPs, welches Kleeblatt und Lilie zusammen mit einem Kreuz darstellt und ein Deutschland- (mit EU) Symbol. Hiermit geben wir Pfadfinder uns einander zu erkennen. Es besteht keinerlei Pflicht die Kluft zu tragen! Außerdem erkennt man uns am Halstuch.

Würdest du gern später einen Beruf in der Kinder- und Jugendarbeit erlernen?

Das ist möglich. Aber jetzt habe ich erst einmal noch drei Jahre Schule vor mir.


Weiterhin viele gute Ideen, interessante Erlebnisse und Begegnungen und viel Spaß bei deiner Arbeit!

Das Interview führte Barbara Heinrich

Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 10/2005 übernommen.

letzte Aktualisierung: 24.01.2012
148462026.09.2006