Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Tageslosung für Freitag
18.05.2012
Wer ist nun willig, heute eine Gabe für den HERRN zu spenden? (1.Chronik 29,5)
Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang (2.Korinther 9,7)
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Als die nötigen Instrumente: 3 Flügelhörner, 1 Tenorhorn und 2 Posaunen, die alle aus freiwilligen Beiträgen angeschafft wurden, zusammen waren, stand der Gründung des Posaunenchors nichts mehr im Wege. Auch fanden sich schnell Blaswillige. Sie waren alle Mitglieder des Evang. Luth. Männer- und Jünglingsvereins Kötzschenbroda.
„Jauchzet dem Herrn alle Welt! Mit Trompeten und Posaunen, jauchzet vor dem Herrn, dem König." (ps 98, 4 u. 6) Unter diesem Psalm stand die Gründung des Chores am Montag, dem 13. 12. 1897, welche im Pfarrhaus zu Kötzschenbroda stattfand. Der damalige Pfarrer Große hielt an die Bläseranfänger eine Ansprache, wobei der 150. Psalm zu Grunde gelegt wurde. Danach erklärte man die Instrumente und verteilte sie an die Bläseranfänger.
„Der liebe Herr gebe ferner zu dieser Sache sein Gedeihen". Mit dieser Bitte schließt der Bericht über die Gründung unseres Chores, somit wurde der Grundstein für allen bläserischen Dienst in unserer Gemeinde gelegt und 100 Jahre Posaunenarbeit in der Kirchgemeinde der Friedrichskirche Kötzschenbroda möglich gemacht.
Wie ging es weiter mit dem Posaunenchor in Kötzschenbroda?
Zunächst bestand der Chor aus 5 Bläsern und wuchs im 1. Jahr auf 7 Mitglieder an. Die Bläser, die wahrscheinlich vom Chorleiter Franz Petri geschult wurden, traten zum 1. Mal am 21.3. 1898 zur Einführung eines neuen Gemeindepfarrers auf, dabei bliesen sie:
„Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren" und „So nimm denn meine Hände". Am Tag vorher unternahmen die Bläser einen Ausflug nach dem Himmelbusch, um den Unterschied des Blasens im Zimmer, zum Blasen im Freien festzustellen.
Liest man weiter in den Aufzeichnungen, aus der Gründungszeit unseres Chores, so staunt man, wie nach einem halben Jahr nach Gründung des Chores Präsenz in der Öffentlichkeit gezeigt wurde: So wird am 1. Pfingsttag um 3 Uhr morgens!!! nach dem Läuten vom Turm geblasen. Am Sonntag Trinitatis 1898 blies man in Weistropp nach dem Gottesdienst vom Turm und in der Nachmittagsversammlung: „Wir sollten blasen, was wir geübt hatten, aber leider wurde unsere Freude zu Wasser. Der Herr Kantor kümmerte sich wenig um unsere Lieder, denn,er sagte ganz einfach, sie kann meine Gemeinde nicht singen ... Wir sollten noch ein Solostück „Wachet auf ruft uns die Stimme" blasen. Aber, o weh, statt zum Aufwachen zu blasen, verstummte die erste Stimme mitten im Liede. In Betracht kommt, daß wir nur im Quartett gespielt hatten, da die anderen drei Stimmen noch nicht im Chor mitspielten.
So manche Begebenheit aus der Anfangszeit läßt erkennen, daß die Freuden aber auch so manche Not in der Bläserarbeit von damals sich in manchen Dingen heute von unseren Bläservätern gar nicht wesentlich unterscheidet.
Am Himmelfahrtstag 1899 erlebten die Bläser folgendes:
„Mit der Bahn gings zum Innern-Mission-Fest nach Ober-pesterwitz. Auf der Eisenbahn wurden schon etliche Lieder angestimmt, um einen hübschen Ansatz zu bekommen; heute sollte doch, so Gott wollte, das erste mal mit der Orgel gemeinsam geblasen werden... Der Erfolg war ein befriedigender... Zu Anfang der Nachversammlung sollte uns eine kleine Demütigung zuteil werden. Beim ersten Lied fing Herr Cantor an zu singen, ohne uns davon in Kenntnis zu setzen, wir wollten mit kräftig einsätzen, doch unsere musikalischen Kenntnisse vermochten nicht das Publikum in eine andere Tonart zu zwingen (Sie sangen das Lied in G-Dur, wir bliesen es im ES-Dur), so mußten zu unserem großen Bedauern die Instrumente verstummen. Die Schuld trug Herr Cantor, er bat höflichst um Entschuldigung für diese Rücksichtslosigkeit. Ende gut - alles gut, sagt ein Sprichwort. So auch bei uns. Die letzten Lieder wurden ohne Tadel begleitet... So wurde der Heimweg ein fröhlicher, für die Seele durch die Predigt, und eine Erfahrung reicher für die edle Musica." Am 25. 6. 1899 blies der Posaunenchor zum Äußeren-Mis-sions-Fest in Radebeul vom Turm: „Hier wurde uns die Censur 1 a erteilt"!
Mit diesen für uns Bläser immer wieder erstrebenswerten Lob und dem Hinweis auf die Teilnahme am 3. Sächsischen Posaunenfest in Zschopau (9. 7. 1899) enden die Aufzeichnungen.
Leider sind aus den Anfangsjahren unseres Chores keine weiteren Aufzeichnungen vorhanden. Wir können dann erst wieder in der Festschrift zum 16. Posaunenfest der Sächsischen Posaunenmission in Kötzschenbroda nachlesen, daß der Chor auf 14 Bläser gewachsen ist. Wieviele Bläser in der 100jährigen Geschichte unseres Chores Dienst getan haben läßt sich nicht ganz genau feststellen. Es seien aber hier die Chorleiter genannt:
1897 bis in die 20er Jahre | Franz Petri |
Nachfolger bis 1932 | sein Sohn Johannes Petri |
1932-1936 | Pfarrer in Kötzschenbroda Erich Koch |
1936-1987 | Landesposaunenwart Christoph Franke |
seit 1988 | Mathias Drese |
Matthias Drese
Der Text wurde aus der Broschüre zum 100-Jährigen Jubileum 1997 entnommen













