Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Tageslosung für Freitag
18.05.2012
Wer ist nun willig, heute eine Gabe für den HERRN zu spenden? (1.Chronik 29,5)
Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang (2.Korinther 9,7)
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Ich wurde mit offenen Herzen sehr freundlich angenommen und bekam als Jüngling und Neuling von allen, die z. T. älter waren, das brüderliche „Du" angeboten, was damals keineswegs selbstverständlich war, Die gute, tragfähige Gemeinschaft, die auch die ganze Familie mit einschloß, erlebte ich besonders beglückend. Durch all die Jahre hindurch gab es Höhepunkte, die unvergeßlich bleiben werden:
Exaudi 1962 fuhren wir mit dem „Lößnitzdackel" nach Bärnsdorf. Dort wurde nicht bloß vor der Kirche geblasen, sondern auch im Pfarrgarten in fröhlicher Runde gespielt, wo selbstverständlich auch unsere Kinder mit dabei waren.
2 Jahre später unternahmen wir einen Ausflug ins Vogtland. Dort wurde wieder an verschiedenen Stellen geblasen und als Höhepunkt das Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen besucht. In dieser Gegend also wurden die Instrumente hergestellt, die damals vor allem durch den Verkauf nach West-Deutschland nicht nur der DDR gute Devisen einbrachte, sondern auch der sächsischen Posaunenmission immer wieder einmal neue Instrumente bescherte.
1976 führte uns eine Reise nach Kämmerswalde an die Rauschenbachtalsperre. Zuerst besichtigten wir von außen und innen ein dort aufgestelltes Flugzeug, und für viele war das die Möglichkeit, einen solchen „Vogel" einmal ganz nahe und genau anzusehen. Dann ging es in den „Sportwald". Eine Seilbahn, an der man hängend ein paar Meter abwärts rollen konnte, war für manche ein Spaß, den man sich nicht entgehen lassen durfte. Kräftige Männer übten sich am Gewichtheben und -stemmen. Bewundert wurde, wie auf so vielen Gebieten, auch hier unser Chorleiter Christoph Franke,
der, dem Rentnerstand schon nahe, olympiaverdächtige Leistungen an den Tag legte und nur von einem sehr viel jüngeren Bläser (Rüdiger Gneuß) übertroffen wurde. Bei einem Rundgang um die Rauschenbach-Talsperre erlebten wir dann den Zauber der Natur in dieser schönen Gegend: die Stille, unterbrochen nur vom Gesang der Vögel und das tiefe Blau auf der weiten Fläche des Wassers. Bei all diesen schönen Erlebnissen hatten wir Zeit, uns persönlich auszutauschen und näherzukommen, auch mit den Ehepartnern und Kindern.
Solch gute Gemeinschaft wurde weitergegeben und erlebt auch bei Fahrten mit Behinderten, die wir damals durchführten. Der (westdeutsche) Kleinbus mit Hebebühne, der erst die Teilnahme von Rollstuhlfahrern ermöglichte, wurde von einem Bläser unseres Chores gefahren und von einigen „Trabis" begleitet. An einem Sonntag ging die Fahrt in die Sächsische Schweiz. Daß Rollstuhlfahrer von der Festung Königstein den Blick auch einmal von oben haben konnten (im Gegensatz zu Ihrem Alltag), war für sie ein besonderes Erlebnis. Mit Sondergenehmigung ging es dann ein ganzes Stück ins Biela-Tal hinein. Ein Picknick im Wald in Begleitung von Volks- und Lobliedern unserer Bläser führte auch dort zu einem Höhepunkt.
Von Behinderten weiß ich, daß sie auch heute noch gerne an die Fahrten nach Bautzen/Rammenau und Seußlitz denken, die nur durch die Begleitung einiger Bläser unseres Chores im doppelten Sinne (praktische Hilfeleistung und Hinführung zum Lobpreis Gottes) möglich wurden.
Die Gewißheit, daß Gott auch in Zukunft immer wieder Menschen rufen wird, die mit dem Instrument ihre Begabung, ihre Zeit, Kraft und Geduld zur Verfügung stellen, macht mich froh und getrost.
Heinz Rogel
Der Text wurde aus der Broschüre zum 100-Jährigen Jubileum 1997 entnommen













