Tageslosung
Freitag 01.07.2016
Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir’s gegeben.1.Chronik 29,14
/Paulus schreibt:/ Im Augenblick habt ihr mehr als die andern. Darum ist es nur recht, dass ihr denen helft, die in Not sind. Wenn dann einmal ihr in Not seid und sie mehr haben als ihr, sollen sie euch helfen. So kommt es zu einem Ausgleich zwischen euch.2.Korinther 8,14
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Maria Jeutner

Besuchsdienst für Neuzugezogene

Den Besuchsdienst für Neuzugezogene gibt es in unserer Gemeinde noch nicht so lange; wie hat es angefangen?


Anfang 2005 wurden vom Kirchenvorstand unterschiedliche Leute in unserer Gemeinde für diesen Dienst gesucht. Immo Heinemann fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, dort mitzumachen und die Leitung zu übernehmen. Ich habe gleich ja gesagt, weil ich mich noch sehr gut erinnern kann, dass uns Pfarrer Fuhrmann besuchte, als wir hier neu waren in Radebeul – das hat uns geholfen, Fuß zu fassen. Übrigens war von Beginn an klar, dass wir für den Besuchsdienst eine Ausbildung erhalten werden.

Nach welchen Kriterien wurden Leute für diesen Dienst gesucht?

Es sollten aus jedem Gemeindebezirk Mitstreiter gefunden werden, damit die "Neuen" wirklich gut informiert werden können. Ich glaube, der Gemeindeleitung war auch wichtig, dass wir die Kirchgemeinde angemessen vertreten.

Was kannst Du über Eure Ausbildung berichten?

Pfarrer Salzmann und Wilfried Jeutner hatten im Rahmen der Gemeindeakademie eine Ausbildung für diesen Dienst vorbereitet. Das meiste wurde mit mir auch vorher abgesprochen. Im Mai 2005 ging es los. Gemeinsam mit dem Besuchsdienst für Neuzugezogene aus der Kirchgemeinde Radebeul-Ost trafen wir uns an vier Abenden im Lutherhaus. Wir bekamen Grundinformationen über unsere Gemeinde und überlegten uns, was uns als Besucher erwartet. Jeder konnte seine Erwartungen und Befürchtungen äußern. Wir wollen nicht missionieren, sondern Angebote machen. Wir kommen als Vertreter unserer Gemeinde und nicht als Privatperson. Das haben wir auch in Rollenspielen „probiert“. Bei der Überlegung, wie wir als Besucher auftreten wollen, orientierten wir uns u.a. auch an dem Leitbild unserer Gemeinde. Zum Abschluss bekamen wir einen Ausweis vom Pfarramt und wurden zum Datenschutz verpflichtet.

Wie schätzt Du die Ausbildung durch die Gemeindeakademie ein?

Die Ausbildung war ganz wichtig. Wir erarbeiteten uns unter fachlicher Anleitung ein einheitliches Auftreten und Vorgehen. Das gab und gibt uns Sicherheit für unseren Dienst.

Wie viel Mitarbeitende seid Ihr?

Wir sind elf Personen; acht Frauen und drei Männer. Es sind ganz unterschiedliche Berufe und Altersgruppen vertreten.

Woher erfahrt Ihr von Neuzugezogenen?

Vom Pfarramt bekomme ich die entsprechenden Adressen und leite sie dann mit ein paar Informationen einem Helfer in dem jeweiligen Gemeindebezirk weiter.

Wie geht Ihr vor?

Die Leute erhalten von uns zunächst einen Brief. Damit stellen wir uns kurz vor und bieten einen Besuchstermin an. Wenn keine Absage kommt, geht jemand aus unserer Gruppe, der in diesem Gemeindebezirk wohnt, zu einem kurzen Besuch. Wir begrüßen die Neuzugezogenen als Vertreter unserer Kirchgemeinde und stellen die verschiedenen Angebote kurz vor. Nach jedem Besuch erhält der für den jeweiligen Gemeindebezirk zuständige Pfarrer eine kurze Mitteilung über eventuell geäußerte Wünsche der neuen Gemeindemitglieder.

Welche Erfahrungen habt Ihr bisher gemacht?

Die meisten sind erstaunt und angenehm überrascht über den Brief der Kirchgemeinde und über unseren Besuch. Wir werden u.a. nach Angeboten für Kinder und Jugendliche gefragt. Sehr hilfreich ist dabei der "Friedensgruß" mit den vielen Informationen. Oft sind wir die ersten Besucher. Deshalb werden wir auch viel über Radebeul befragt. Ein ausländisches Ehepaar freute sich ganz besonders über unseren Besuch. Damit hätten sie nie gerechnet. Manchmal werden uns auch persönliche Sorgen anvertraut. Wir haben fast nie negative Erfahrungen gemacht. Natürlich wissen wir nicht, ob die Leute Aufgrund unseres Besuches die Angebote unserer Gemeinde nutzen. Das ist ja auch ihre Entscheidung.

Wie viel Besuche macht Ihr monatlich?


Wir erhalten ca. 6 - 12 Adressen und machen demzufolge entsprechend viele Besuche. Bis jetzt war es so, dass jeden Monat in jedem Gemeindebezirk Besuche stattfanden. Die meisten waren in Naundorf.

Trefft Ihr Euch regelmäßig?

Unsere Gruppe kommt 2 bis 3 mal im Jahr zusammen. Wir tauschen uns zuerst über unsere Erfahrungen aus und hören Neuigkeiten. Danach besprechen wir unsere weitere Verfahrensweise. Im Anschluss gibt es noch einen Punkt Weiterbildung, eine Buchvorstellung oder ähnliches. Natürlich telefonieren wir auch zwischen diesen Terminen, um uns abzustimmen oder um über Schwierigkeiten zu sprechen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Radebeul-Ost?

Unsere Gruppe hatte die Ausbildung in der Gemeindeakademie zusammen mit Radebeul- Ost gemacht. Danach arbeiteten wir getrennt weiter. Wir bleiben aber im Kontakt.

Danke für Deine Informationen und weiterhin so gute "Besuchs-Erfahrungen"!

Das Interview führte Barbara Heinrich.

Das Interview wurde aus der Druckausgabe des Friedensgruß 04/2006 übernommen.