Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Tageslosung für Freitag
18.05.2012
Wer ist nun willig, heute eine Gabe für den HERRN zu spenden? (1.Chronik 29,5)
Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang (2.Korinther 9,7)
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Davon will ich wenigstens einige Dinge herrausgreifen, die die Arbeit des Posaunenchors betreffen. Endlich war es möglich, daß wir reisen durften, die Einbahnstraße war aufgehoben. Es war ein besonderer Höhepunkt, als wir 1990 kurz vor der offiziellen Wiedervereinigung, unsere langjährigen Bläserfreunde in Abstatt-Auenstein bei Heilbronn besuchen konnten. Gemeinsam mit der dortigen Gemeinde und dem Chor feierten wir das Erntedankfest, es war in mehrfacher Weise wirklich ein Fest.
Auch in Letter bei Hanover, der langjährigen Radebeu-ler Partnergemeinde, konnte endlich eine Gruppe, die nicht nur aus Rentnern bestand, einen Besuch abstatten. Gemeinsam mit dem dortigen Posaunenchor haben wir den Konfirmationsgottesdienst ausgestaltet und neue Erfahrungen mit nach Hause gebracht.
Aber auch die Arbeit in Radebeul änderte sich in vielen Punkten. Wir brauchten unser Blasen in der Öffentlichkeit nicht mehr auf kirchliches Gelände oder auf Privatgrundstücke zu begrenzen. Bisher galt z. B. unser Weihnachtsblasen am 4. Advent vor dem Bahnhof in Radebeul-West immer als nicht genehmigte Veranstaltung, wenngleich wir nie daran gehindert wurden. Aber es gab plötzlich keine Zuhörer mehr. Besondere Waren zur Weihnachtsversorgung, Apfelsinen oder Radeberger Bier u.v.a. konnte man jeden Tag kaufen, die Geschäfte waren am 4. Advent geschlossen. Wer geht da zwischen 14.00 und 15.00 Uhr in die Stadt, um sich bei enormen Verkehr ein paar Weihnachtslieder anzuhören?
Ganz besondere Einschnitte in der Bläserarbeit gab es aber für die Bläser selbst, denn jeder hat in seinem Beruf erhebliche Veränderungen erfahren. Manche haben ihre Arbeit verloren und mußten sich ganz neuen Aufgaben stellen. Wer Arbeit hat, klagt über Mehrbelastungen, und darüber, daß die Zeit zur regelmäßigen Teilnahme an den Chorproben einfach nicht reicht. Einige haben Aufgaben im öffentlichen Bereich übernommen, z. B. als Abgeordnete. Und Urlaubszeit ist auch das ganze Jahr (wie schön). All das führte aber auch dazu, daß unser Chorleiter bei so mancher Probe nicht weiß, ob beim nächsten Einsatz alle Stimmen gut besetzt sind von der nicht ausreichenden Übung ganz zu schweigen.
Ein weiteres Sorgenkind unserer derzeitigen Bläserarbeit ist der Nachwuchs. Neben der Schule gibt es für Kinder und Jugendliche ein großes Freizeitangebot. Die Ausbildung zum Bläser, (2 Jahre regelmäßges Üben bis zum 1. Einsatz) ist da gewiß nicht die größte Attraktion. Wir haben aus dem Bereich der Friedenskirche derzeit leider nicht einen Anfänger. Ich komme auf den Anfang zurück. Unser Auftrag hat sich nicht geändert, nur das Umfeld. Vielleicht trägt gerade dieses Chorjubiläum dazu bei, daß Eltern, die langfristig für ihre Kinder und Jugendlichen eine Aufgabe in einer guten Gemeinschaft suchen, hier eine Möglichkeit sehen. Die Mitarbeit im Posaunenchor macht Spaß, macht Freude und verbindet sehr unterschiedliche Menschen zu einer gemeinsamen Aufgabe. Daß viele unserer Chormitglieder seit Jahrzehnten dabei sind, ist wohl der beste Beweis, denn wer bleibt schon so lange bei einem Verein, bei dem es ihm nicht gut geht? Wir wollen auch in Zukunft dafür sorgen, daß in unserer Gemeinde ein Posaunenchor seinen Dienst tun kann, dafür bitten wir unsere Gemeinde um ihre Fürbitte und aktive Unterstützung.
Siegfried Schubert
Der Text wurde aus der Broschüre zum 100-Jährigen Jubileum 1997 entnommen














