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D. Ludwig Heinrich Ihmels

Erster sächsischer Landesbischof nach dem Krieg und über die sächsische Landeskirche hinaus aktiv.

Ludwig Ihmels wird am 29. Juni 1858 in Middels (Ostfriesland) geboren. Nach Studium der Theologie und Gemeinde - pfarramt ist er an der Universität Erlan- gen tätig und promoviert zum Doktor der Theologie (D.). Im Jahre 1902 wird er als Professor für Systematische Theologie nach Leipzig berufen. Als der Erste Weltkrieg beginnt, gehört er zu denen, die diesen Krieg nicht bejubeln. Er wider- spricht der weit verbrei- teten Anschauung, Gott sei ein deutscher Gott. Es ist ein Irr- wahn, als wäre Gott gerade unseres Volkes Gott; er ruft die Gemeinde auf, sie solle nur ja Gott nicht verlas- sen.

Der oberste Geistliche der Sächsischen Lan- Ludwig Heinrich I deskirche ist in diesen Jahren der vom König berufene Oberhof- prediger. Dieses Amt hat bis 1922 Dr. Franz Dibelius inne. Nach der Abschaf- fung der Monarchie und der Trennung von Staat und Kirche wird auch die Säch- sische Landeskirche umgebildet. Die Synode wählt mit D. Ludwig Ihmels ihren ersten Landesbischof. Die damalige sächsische Regierung will die Amtseinführung verhindern, da ihr Ihmels nicht genehm ist. Sein fortge- schrittenes Alter ist der äußere Anlass.

In einem Gerichtsprozess wird die Forderung des Landes verworfen mit der Begründung, dass der Bischof nicht dem öffentlichen Beamtenrecht unterstellt ist. Am 1. Oktober 1922 wird er in der Dresdner Sophienkirche in das Amt eingeführt.

Zu den Hauptaufgaben des ersten Landesbischofs gehört die Neuordnung der nunmehr von König und Staat unabhän- gigen Kirche. Unter anderem gründet er gemeinsam mit dem Studiendirektor Martin Doerne 1927 das Predigerseminar Lückendorf.

Als Bischof legt er den Vikaren zwei Sätze ans Herz: Lassen Sie die Predigt das Hauptstück Ihres Amtes sein, weil da die Entscheidungsschlachten geschlagen werden und Nun, meine Herren, habe ich noch eine persönliche Bitte: Werden Sie Beter!

Hinter das Geheimnis des göttlichen Wortes els (1858 1933) kommt man nicht mit Lexikon und Grammatik, sondern am Ende nur auf den Knien. Über die sächsische Landeskirche hinaus ist er im Lutherischen Weltkonvent aktiv. Auf der Stockholmer Weltkirchen- konferenz für Praktisches Christentum 1925 ist er neben dem schwedischen Erzbischof Söderblom die führende Gestalt des Luthertums.

Landesbischof D. Ludwig Ihmels stirbt am 7. Juni 1933 in Leipzig.